Im Gespräch
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Montag - Samstag • 9:05
18.12.2004
Im Gespräch mit Friedhelm Hengsbach
Professor für christliche Gesellschaftsethik

Friedhelm Hengsbach (Bild: privat)
Friedhelm Hengsbach (Bild: privat)
Der aktuelle Armutsbericht der Bundesregierung spricht eine deutliche Sprache: Die Kluft zwischen Arm und reich wächst. Fast 14 Prozent der Haushalte sind "arm", 3,3 Millionen gelten als überschuldet. Über eine Million Kinder und Jugendliche leben von staatlicher Hilfe. Gleichzeitig gehört den Reichsten zehn Prozent der Deutschen fast die Hälfte des gesamten Vermögens.

"Gerechtigkeit ist die uralte Frage der gerechten Verteilung zwischen Arm und Reich", lautet das Credo des Jesuitenpaters Friedhelm Hengsbach.
Der Professor für christliche Gesellschaftsethik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen und Leiter des Oswald von Nell-Breuning-Instituts in Frankfurt am Main ist seit Jahrzehnten ein gefragter Ratgeber und Redner, wenn es um die soziale Lage in Deutschland geht. Der rastlose 67-jährige Theologe gehört zu den entschiedenen Kritikern der Agenda 2010 und widersetzt sich beharrlich dem herrschenden Glaubenssatz, dass wir uns den Sozialstaat nicht mehr leisten können. In zahlreichen Veröffentlichungen und Interviews plädiert der streitbare Theologe für ein kritisches Überdenken gängiger Argumente, wie den so oft beschworenen Selbstheilungskräften des Marktes und den Erfordernissen des "schlanken Staates".
Die von der Bundesregierung propagierte Politik der Erneuerung kritisiert er in seinem aktuellen Buch als "reines Reformspektakel". Seine nüchterne Analyse: "Falsche Therapievorschläge werden auch nicht besser, nur, weil der Kanzler sie vorschlägt".
In diesem Jahr erhielt er für sein sozialpolitisches Engagement den Regine-Hildebrandt-Preis.

"Wie können wir die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich schließen?" - darüber diskutiert Dieter Kassel heute von 9 Uhr 05 bis 11 Uhr mit dem Sozialethiker Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach bei "Im Gespräch" von DeutschlandRadio Berlin.
Hörerinnen und Hörer können sich beteiligen und Fragen stellen unter der kostenlosen Telefonnummer 00800/22542254 oder per E-Mail unter hoerensagen@dradio.de.

Informationen über Friedhelm Hengsbach unter Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen
Buchtitel u.a. :
"Aus der Schieflage heraus. Für eine demokratische Verteilung von Arbeit und Reichtum", zusammen mit Matthias Möhring-Hesse, Dietz-Verlag 1999.
"Das Reformspektakel. Warum der menschliche Faktor mehr Respekt verdient", Herder-Verlag, 2004

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