Im Gespräch
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Montag - Samstag • 9:05
22.12.2004
Im Gespräch mit Heinz Oestmann
Fischer und Umweltaktivist
Moderation: Dieter Kassel

Heinz Oestmann aus Hamburg ist Fischer. Einer, der gegen die Elbvertiefung kämpft, weil sie aus dem Fluss, der ihn und seine Familie nun schon in vierter Generation ernährt, einen Kanal macht. Im Protestieren hat er Erfahrung: "Rebell von Altenwerder" nannte man ihn eben dort, in seinem Heimatdorf, das der Hafenerweiterung in Hamburg zum Opfer fiel. Oestmann und seine Familie mussten das Dorf 1998 verlassen, bekamen ein neues Grundstück in Finkenwerder, nahe des Airbus-Werkes des Flugzeugbauers DASA.

Bis dahin hatte Oestmann schon ein bewegtes Leben hinter sich - nicht nur auf dem Wasser.
Er gehörte zu den ersten Umweltaktivisten der 70er, hielt 1978 provokant mit Geschwüren übersäte Fische in die Kameras der Journalisten: Die Dünnsäureverklappung vor Helgoland, das große Fischsterben in der Elbe, darum ging es damals, noch ehe Greenpeace Deutschland oder die Grünen gegründet waren.

Später kostete ein Unfall auf See ihn fast das Leben, seine erste Frau stirbt an Krebs, eines seiners Kinder erkrankte schwer.

Inzwischen ist es um Heinz Oestmann etwas ruhiger geworden. Mit seiner zweiten Frau betreibt er heute immer noch das kleine Restaurant in Finkenwerder, das er damals nach dem Umzug eröffnete. Noch immer fährt er mit seinem Fischkutter die Woche über auf die Unterelbe, zum Fischen. Im Gespräch mit Heinz Oestmann ist Dieter Kassel.

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