Im Gespräch
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Montag - Samstag • 9:05
4.1.2005
Im Gespräch mit Renate Feyl
Schriftstellerin
Moderation: Gisela Steinhauer

Die Romane der Autorin Renate Feyl aus Berlin beschäftigen sich in der Mehrzahl mit Autorinnen und Frauen von berühmten Autoren im Aufbruch zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert. "Das sanfte Joch der Vortrefflichkeit" beschreibt das Leben der Autorin Caroline von Wolzogen, Schwägerin und "Muse" Friedrich Schillers, die in einer Art "menage à trois" mit ihm und seiner Ehefrau Charlotte lebte. "Er war süchtig nach den Gesprächen mit ihr", sagt Renate Feyl über Friedrich Schiller, dessen Todestag sich in diesem Jahr zum 200. Mal jährt.

Feyls Buch, ein in der Ich-Form geschriebener Rückblick der 82-jährigen Charlotte, versetzt den Leser nicht nur in dieses "magische Dreieck" der Beziehungen, sondern auch in die Zeit Schillers, Goethes und Wielands. Renate Feyl fand das Zeitkolorit u.a. in den zahlreichen Briefen, auf alten Stichen.

Renate Feyl hatte nach dem Abitur in der DDR zunächst Buchhändlerin gelernt, war Mitglied eines Arbeitertheaters, neben dem Philosophiestudium, an der Humboldt-Universität auch Leiterin eines "Clubs der Bauarbeiter" in Berlin und schrieb über die Erlebnisse dort ein Tagebuch. Dessen Veröffentlichung war schließlich ihr "Einstieg in den Literaturbetrieb".

Ihr erfolgreichstes Buch bisher: "Der lautlose Aufbruch" mit Portäts unter anderem der Biologin Maria Sybilla Merian, der Schriftstellerin Riccarda Huch, Lise Meitner. Es wurde gerade, 20 Jahre nach seinem Erscheinen, wieder aufgelegt. PISA hat das geschafft - meint Renate Feyl.

Buch: Renate Feyl: Das sanfte Joch der Vortrefflichkeit. Verlag Kiepenheuer und Witsch, 1999 (auch als Taschenbuch, 2002)

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