Im Gespräch
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Montag - Samstag • 9:05
7.1.2005
Im Gespräch mit Katrin Ann Kunze
Mitbegründerin der Selbsthilfe "XY Frauen" für intersexueller Menschen
Moderation: Gisela Steinhauer

Katrin Ann Kunze war 16, als sie von ihren Eltern darüber aufgeklärt wurde, dass sie ein "besonderes Mädchen" sei. Sie gehört zu den Menschen, die unter dem Complete Androgen Insensitivity Syndrom, kurz CAIS genannt, leiden. Obwohl die inneren Fortpflanzungsorgane der Betroffenen männlich angelegt sind, sind die äußeren Geschlechtsmerkmale weiblich. "Zwitter" nannte man die intersexuellen Menschen früher, aber das wird von den Betroffenen als Schimpfwort empfunden. Katrin Ann Kunze sieht sich nicht als zweigeschlechtlich, sondern natürlich einfach als Frau. Aber lange Zeit hat sie "dieses Fragezeichen wie ein Kreuz getragen".

Wenn ein Baby mit unklaren Geschlechtsmerkmalen auf die Welt kommt, drängen Ärzte oft auf schnelle "Korrektur", die Operation hin zur Eindeutigkeit. Bei dieser Entscheidung sind die Eltern zu diesem Zeitpunkt überfordert und meist in Panik. Viele intersexuelle Frauen betrachten diesen Eingriff als Kastration. In letzter Zeit ist es deshalb üblich, in solchen Fällen die Keimdrüsen erst nach der Pubertät zu entfernen und dann mit einer lebenslangen Hormonbehandlung zu beginnen.

Katrin Ann Kunze gehörte 1998 zu den Mitbegründerinnen einer Selbsthilfegruppe der XY-Frauen, dem Verein Intersexuelle Menschen e.V. , der für Toleranz wirbt und den Betroffenen das Gefühl nehmen will, sich als "Alien" zu fühlen, sondern das Anderssein als etwas Schönes erleben zu können.

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