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21.1.2005
Im Gespräch mit Heinz Seesing
Chefs des Sechs-Tage-Rennens in Berlin

Hanseatische Zurückhaltung, westfälische Beharrlichkeit und Verlässlichkeit - Spitzname "weißer Hai" (wegen seiner weißen, akkurat geschnittenen Haare) - das ist Heinz Seesing, der Chef des Berliner Sechs-Tage-Rennens. Eigenschaften, die der 67-jährige Kaufmann und Hobby Radler für seinen Job gut gebrauchen kann. Als er 1996 für die "Mutter aller Radrennen" - das Berliner Sechs-Tage-Rennen gibt es seit 1909 - als Geschäftsführer antritt, hat er schon lange Erfahrung in diesem Geschäft. Er war über 30 Jahre Chef der Bremer Halle und zwölf Jahre Präsident des Deutschen Radsport-Verbandes.

Doch Berlin war noch mal eine Herausforderung: Ost-West Keilereien, 70.000 Besucher und etwa 1200 Mitarbeiter während des Rennens, da sieht sich Seesing als "Familienvater", der einen Tag vor dem Rennen immer das "Wort zum Sonntag" spricht und den Teamgeist beschwört.

Seine Ehefrau und Mitarbeiterin und seine drei Kinder mussten da immer viel Verständnis haben, weil für sie kaum Zeit blieb.
Für den gebürtigen Coesfelder gibt es ein Lebensmotto: " Ich bin Westfale, da geht man mit Plan ran". Das hat er sicher auch von seinen Vorfahren, einer traditionsreichen Müllerfamilie im Westfälischen, wo er mit sechs Geschwistern als Kriegskind aufwuchs. Sein ursprünglicher Berufswunsch Priester lässt ihn zu einem der ersten Kriegsdienstverweigerer der Bundesrepublik werden. Heute widmet der Mühlenbesitzer Seesing sich in seiner wenigen Freizeit gerne der Ahnenforschung.

Das Gespräch mit Heinz Seesing führt Holger Hettinger.
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