Im Gespräch
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Montag - Samstag • 9:05
31.1.2005
Im Gespräch mit Sabine Adler
Journalistin

Vor wenigen Wochen erst ist Sabine Adler, seit 1999 Hörfunk-Korrespondentin für das DeutschlandRadio in Moskau, aus Russland zurückgekehrt. Eine spannende, aber nicht nur einfache Zeit für die 41-Jährige, denn neben schönen Erlebnissen wie die friedliche Revolution in der Ukraine erlebte sie auch "fünf Jahre Tod und Terror". Sie berichtete etwa über den Untergang des russischen U-Bootes Kursk, die Geiselnahme durch tschetschenische Terroristen in einem Moskauer Musicaltheater und zuletzt über die blutige Besetzung einer Schule in Beslan durch tschetschenische Rebellen.

Nach dieser Geiselnahme waren auch die "Schwarzen Witwen" wieder ein Thema der Medien. Doch nicht erst angesichts dieses Attentats fragen sich viele, wer diese "Schwarzen Witwen" sind, die sich mit Sprengstoffgürteln um den Leib inmitten möglichst großer Menschenmengen selbst töten, die an Attentaten und, wie in Beslan, selbst an der Geiselnahme von Kindern beteiligt sind. Um diese Frage zu beantworten, hat Sabine Adler viele Jahre in tschetschenischen Familien recherchiert. Ihre Erfahrungen hat sie jetzt in einem Buch veröffentlicht. "Ich sollte als Schwarze Witwe sterben" heißt es, und Sabine Adler erzählt darin die Geschichte der Tschetschenin Raissa, ihrer Angehörigen und Nachbarn. Raissa, die Sabine Adler im Jahr 2002 kennen lernte, sollte nach dem Willen ihrer Brüder als Schwarze Witwe sterben, in einem Attentat andere Menschen mit in den Tod reißen, wie es auch ihre beiden Schwestern schon getan hatten. Doch die junge Frau folgte der Forderung nach Blutrache nicht. Mit ihrer Geschichte zeichnet Sabine Adler ein Bild des Krieges in Tschetschenien und der Gewaltspirale dort. Über den Versuch, dem Mechanismus des Terror auf die Spur zu kommen, über ihre Zeit in Moskau und auch über die schönen Momente dort, erzählt Sabine Adler im Gespräch mit Holger Hettinger.

Buch: ''Ich sollte als Schwarze Witwe sterben''. Verlag: DVA, 2005, 19,90 Euro
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