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28.1.2005
Im Gespräch mit Rita Brede
Kriminaloberkommissarin und Stalking-Expertin

"Rita, du machst das", hat Rita Bredes Chef vor knapp fünf Jahren gesagt, und damit ist die Polizistin, heute 34 Jahre alt, Stalking-Beauftragte der Bremer Polizei geworden. Als solche betreut sie Menschen, die verfolgt und drangsaliert werden, manchmal durch einen Nachbarn, selten von einem Unbekannten, und meistens von einem ehemaligen Partner, denn Stalking-Fälle sind fast immer Beziehungstaten, das Gros der Opfer ist weiblich.

Rita Brede ist da, wenn eine Frau nicht mehr ein noch aus weiß, weil der ehemals geliebte Mensch ihr das Leben schwer macht. Polizistin wollte sie schon immer werden, schon als sie aufwuchs in einem niedersächsischen Dorf. Damals haben darüber noch alle gelacht, denn Rita Brede galt als "wildes" Mädchen. Heute ist sie Kriminaloberkommissarin, und der Norden von Bremen, wo die Werften dichtgemacht haben und die Arbeitslosigkeit Spuren im sozialen Gefüge hinterlassen hat, ist ihr Revier. Neben den Stalking-Fällen ist vor allem Kinder- und Jugendkriminalität ihr Feld. Mit so einem Job sei es nicht immer einfach, die Zukunft unserer Gesellschaft rosig zu sehen, meint Rita Brede. Doch weitermachen will sie auf jeden Fall. Denn es gibt auch schöne Momente. Zum Beispiel, wenn eine Frau, die über Monate hinweg bedrängt wurde, ihr plötzlich in einem langen, glücklichen Brief für das Ende der Angst und der Ohnmacht dankt.

Das Gespräch mit Rita Brede wird moderiert von Holger Hettinger.
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