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1.2.2005
Im Gespräch mit Luise Scherf
"First Lady" von Bremen

Die Bezeichnung "First Lady" würde Luise Scherf sicher gar nicht so gerne hören. Die Frau des Bremer Bürgermeisters Henning Scherf ist weniger Repräsentantin denn selber Macherin. Die 66-Jährige hat genug eigene Projekte vorzuweisen.

Die gebürtige Berlinerin engagierte sich schon zu Studienzeiten (Musik und Pädagogik), nach der Geburt ihrer drei Kinder, bei Amnesty International, trat in die SPD ein und gründete einen Kinderladen in Bremen. Seit über 30 Jahren macht sie jährlich Musikprojekte an der Schule.

Mitte der 80er Jahre, als ihre eigenen Kinder schon aus dem Haus waren, fängt sie an Spanisch zu lernen und geht für ein Jahr nach Nicaragua und arbeitet dort auch in den folgenden Jahren in der Lehrerfortbildung. Musik spielt dabei immer eine wichtige Rolle, vor allem in den Barrios, den Armenvierteln. Hier gibt es noch nicht einmal Lieder für die Kinder.

Das will Luise Scherf ändern, für sie ist Musik nicht nur Freude, sondern auch eine Möglichkeit, um die Lernfähigkeit zu verbessern. So entwickelt sie zusammen mit einer Amerikanerin und einem einheimischen Pater das Programm "Musica en los Barrios", in dem immer mehr Lehrer ausgebildet werden und immer mehr Kinder zur Musik finden.

Ihre Ehe mit Henning Scherf, dem ehemaligen Senator und seit 10 Jahren Bürgermeister in Bremen, ist - entgegen vielem Gerede - durch ihr Engagement nicht gefährdet. Seit 45 Jahren sind sie glücklich verheiratet. Heute leben sie in einer "Greisenkommune", wie Luise Scherf etwas neckisch sagt, einer Hausgemeinschaft, im Bremer Ostertorviertel, wo jeden Samstag morgen zusammen gefrühstückt wird. Nach einem schweren Unfall tritt Luise Scherf nun etwas kürzer, denn "ich bin dankbar für jeden Tag, den ich gesund bin".
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