Im Gespräch
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Montag - Samstag • 9:05
9.2.2005
Im Gespräch mit Ingo Metzmacher
Dirigent
Moderation: Gisela Steinhauer

Der 1957 in Hannover geborene Dirigent Ingo Metzmacher hat sich vor allem als Dirigent Neuer Musik einen weltweiten Ruf erworben. "Who is afraid of 20th Century Music?" - Wer hat Angst vor der Musik des 20. Jahrhunderts? - nannte Metzmacher als Generalmusikdirektor der Stadt Hamburg seine dortigen Silvesterkonzerte mit den Philharmonikern der Stadt. Und den Menschen die Angst vor dieser Musik, die oft auch mit Harmonien bricht, zu nehmen, ist auch weiterhin seine Mission. "Keine Angst vor neuen Tönen" heißt deshalb auch das Buch, das er vor kurzem veröffentlicht hat. Darin versucht Ingo Metzmacher mit Beispielen aus der Musikgeschichte, Komponistenporträts und vor allem aus seinen persönlichen Erlebnissen als Musiker heraus die Furcht vieler Menschen vor der Moderne zu vertreiben.

Denn Metzmacher selbst hatte diese Angst nie - im Gegenteil: Für ihn war seine ganz persönliche Entdeckung neuer Musik "eine Befreiung". Als Kind aus einem Musikerhaushalt war er von Musik schon immer fasziniert, fand aber nicht den richtigen Zugang. Er hatte Zweifel an der eigenen Musikkarriere, setzte sogar ein Jahr aus dem Klavierstudium aus und war nicht sicher, ob er wieder anfangen wollte - bis er schließlich in der Musik von Komponisten wie Karlheinz Stockhausen, Arnold Schönberg oder Luigi Nono seinen persönlichen Stil und seine musikalische Heimat fand.

Inzwischen ist Ingo Metzmacher, innerhalb nur eines Jahrzehnts, in den Kreis der führenden Dirigenten der jüngeren Generation aufgestiegen. Nun, nach acht Jahren in Hamburg, wartet zum Sommer eine neue Herausforderung auf ihn: Zum August tritt Ingo Metzmacher seine neue Stelle als Chefdirigent der Nederlandse Opera in Amsterdam an. Im Gespräch mit Gisela Steinhauer erzählt er über Bewährtes und Neues, über die Reibung der Töne und über seine Ähnlichkeit mit einem Fußballtrainer.

Buch: Ingo Metzmacher: Keine Angst vor neuen Tönen. Eine Reise in die Welt der Musik. Rowohlt Verlag Berlin, 2005

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