Im Gespräch
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Montag - Samstag • 9:05
14.2.2005
Im Gespräch mit Prof. Dr. Gustav Dobos
Leiter der Abteilung für Naturheilkunde und integrative Medizin des Knappschaftskrankenhauses Essen-Mitte

Gustav Dobos kam eher zufällig zu der Naturheilkunde. Als seine Freundin und heutige Frau Anfang der 80er Jahre für ein Jahr nach China ging, besorgte sie ihm gleich ein Visum mit, das gekoppelt war an eine völlig neue ins Leben gerufene Ausbildung für westliche Ärzte in Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM). Dobos, Jahrgang 55, der Medizin in Freiburg studierte, war zu diesem Zeitpunkt noch gar kein besonderer Verfechter von TCM. Aber die Art, wie in China die Ärzte mit den Patienten umgingen und die Erfolge ihrer Arbeit überzeugten ihn.

Zurück in Deutschland legte Dobos, der eigentlich Bildhauer oder Goldschmied werden wollte, die Heilpraktikerprüfung ab und konnte sein weiteres Studium dann mit Akupunkturbehandlungen finanzieren. Und er stellte immer öfter fest, dass er damit Menschen helfen konnte, bei denen die konventionelle Medizin versagte.

Der ausgebildete Internist und Intensivmediziner Dobos erweiterte nach und nach sein naturheilkundliches Können und wurde 1997 Chefarzt einer naturheilkundlichen Klinik in Sachsen und zwei Jahre später Leiter der Abteilung für Naturheilkunde und Integrative Medizin des akademischen Lehrkrankhauses In Essen-Mitte, einer neu eingerichteten Modelleinrichtung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Großen Wert legt der Vater von zwei Töchtern darauf, dass die Ergebnisse seiner Arbeit messbar sind. Und da sieht es sehr gut aus, vor allem seine Behandlung mit Blutegeln hat große Erfolge bei Arthrose. Aber auch bei Herz- und Krebserkrankungen, Migräne und Morbus Crohn, sind die Heilungsquoten deutlich höher als bei der klassischen Medizin. Entspannungstechniken, Ernährung und Bewegung spielen dabei eine wichtige Rolle. Dobos hält sich auch selbst an das, was er seinen Patienten predigt: er meditiert jeden Morgen, kocht weitgehend vegetarisch, fährt zumindest im Sommer eine Stunde lang mit dem Fahrrad zur Arbeit und pflegt einen großen Freundeskreis.

Mit Gustav Dobos spricht unser Moderator Dieter Kassel.
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