Im Gespräch
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Montag - Samstag • 9:05
12.2.2005
Im Gespräch mit Christine Bergmann
Mitglied im Hartz-IV-Ombudsrat

Ein Musterblatt des "Antrags auf Leistung zur Sicherung des Lebensunterhaltes nach dem Zweiten Buch Sozialversicherung", dem Antrag zum Arbeitslosengeld 2 (Bild: AP)
Ein Musterblatt des "Antrags auf Leistung zur Sicherung des Lebensunterhaltes nach dem Zweiten Buch Sozialversicherung", dem Antrag zum Arbeitslosengeld 2 (Bild: AP)
Die Zahlen sind erschreckend: Mehr als fünf Millionen Menschen sind in Deutschland laut offiziellen Angaben arbeitslos, jeder neunte Erwachsene - ein Nachkriegsrekord und zugleich der höchste Wert seit 1933. Die tatsächliche Zahl dürfte noch weit höher liegen.

Einer der Gründe für die hochgeschnellte Statistik ist Hartz IV, die umstrittene Arbeitsmarktreform, die am 1. Januar 2005 in Kraft getreten ist und bei der Arbeitslosen- und Sozialhilfe zum neuen Arbeitslosengeld II zusammengelegt wurden. Der Protest war im Vorfeld so stark, dass die Regierung eine spezielle Beschwerde-Kommission ins Leben gerufen hat: den Hartz-IV-Ombudsrat.
Ihm gehört u. a. die SPD-Politikerin Christine Bergmann an.

Die ehemalige Berliner Arbeitssenatorin und Familienministerin im ersten rot-grünen Kabinett von Gerhard Schröder hat damit mit 65 Jahren noch einmal einen Fulltime-Job angetreten. 3000 schriftliche Anfragen allein in den ersten drei Monaten, die Zahl der Mitarbeiter wurde bereits erhöht. Ihre Aufgabe: "Wir filtern die größten Probleme und geben weiter, wo wir Veränderungsbedarf sehen: Warum gibt es nach wie vor unterschiedliche Zahlungen in Ost und West? Wer gehört zu der so genannten Bedarfsgemeinschaft? Was wird mit der 58-er Regelung?

Christine Bergmann hat nach ihrem Ausstieg aus der öffentlichen Politik die große Chance, ohne Parteischeuklappen arbeiten zu können. Immerhin gehört dem Ombudsrat auch der ehemalige sächsische Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf an. Sie hat damit auch die Möglichkeit, offen die Chancen und Gefahren der Hartz-Reformen abzuwägen.

Bringt Hartz IV wirklich die erhoffte Verbesserung?
Ein-Euro-Jobs - Lohndrückerei oder Chance?
Wie viele Arbeitslose verträgt unsere Demokratie?

Darüber und über weitere Fragen rund um das Thema Arbeitslosigkeit diskutiert Gisela Steinhauer am Samstag von 9 Uhr 05 bis 11 Uhr gemeinsam mit Christine Bergmann bei 'Im Gespräch' von DeutschlandRadio Berlin. Hörerinnen und Hörer können sich beteiligen unter der kostenlosen Telefonnummer 0800/2254 - 2254 oder per E-Mail unter: hoerensagen@dradio.de.

Informationen über den Hartz-IV-Ombudsrat unter:
www.ombudsrat.de. Kostenlose Hotline: 0800 - 44 00 55 0.
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