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21.2.2005
Im Gespräch mit Klaus Voormann
Musiker, Grafiker, Weggefährte der Beatles

Klaus Voormann, "Warum spielst du Imagine nicht auf dem weißen Klavier, John?", Coverausschnitt (Bild: Elfenbein Verlag)
Klaus Voormann, "Warum spielst du Imagine nicht auf dem weißen Klavier, John?", Coverausschnitt (Bild: Elfenbein Verlag)
"Das Gute an Klaus ist es, dass er, anders als so viele andere, tatsächlich dabei war", hat Paul McCartney angeblich einmal über Klaus Voormann gesagt. Es war im Herbst 1960, als Voormann in Hamburg die damals noch fünfköpfige Band "The Beatles" zum ersten Mal traf. Sie unterhielten sich, schlossen Bekanntschaft und wurden Freunde. Damals, als sie mit Voormann noch durch die Kneipen zogen, gemeinsam wohnten und Urlaub machten, ging es noch nur um die Musik - die "Beatles" waren noch kaum bekannt.

Voormann, 1938 in Berlin geboren, hatte an der Berliner Meisterschule für Grafik und Buchgewerbe Kunst und der Hamburger "Meisterschule für Gestaltung" studiert, und arbeitete danach zunächst als freier Grafiker, Designer und Illustrator. Erst die Bekanntschaft mit den Beatles bestärkte ihn darin, seiner Leidenschaft zur Musik nachzugeben.

1962 zog er nach London um, in die Stadt, in der damals auch die Beatles wohnten. Die Freundschaft mit ihnen hielt auch, als John, Paul, George und Ringo 1963 den Durchbruch schafften. So entwarf Voormann 1966 das Cover für ihr Album "Revolver" und bekam dafür einen Grammy - doch der erneute Ausflug in die Grafik war da bereits nicht mehr seine Hauptbeschäftigung: Er wurde selbst ein gefragter Bassist in den 60er- und 70er-Jahren. Von 1965 bis 1968 spielte er in der "Manfred Mann Band", nach Auflösung der Beatles arbeitete er bei Soloprojekten von John Lennon, George Harrison und Ringo Starr mit, spielte mit Größen wie Lou Reed, Randy Newman und Jerry Lee Lewis.

1973 siedelt Voormann in die USA um, arbeitete als Musiker in New York und Los Angeles. Erst 1983 kehrt er nach Deutschland zurück, nun als Manager und Produzent - und bald als einer der einflussreichsten Deutschen in der Rockmusik. Er arbeitet unter anderem mit der Gruppe Trio, Marius Müller-Westernhagen, Heinz Rudolf Kunze und Wigald Boning zusammen.

Heute lebt Klaus Voormann, der sich mittlerweile mehr der Malerei und Illustration zugewandt hat, mit seiner Frau Christina in der Nähe von München. Sein Leben mit den und ohne die "Beatles" und seine Erlebnisse mit der berühmtesten Band der Welt hat er in einer Autobiografie verewigt - unter dem langen Titel "Warum spielst du Imagine nicht auf dem weißen Klavier, John".

Literatur: Klaus Vorrmann: "Warum spielst du Imagine nicht auf dem weißen Klavier John? Erinnerungen an die Beatles und viele andere Freunde", Heyne 2003
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