Im Gespräch
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Montag - Samstag • 9:05
25.2.2005
Im Gespräch mit Jürgen Hergert
Schlangenfarmer und Giftmelker

Lang. Sich windend. Glatt. Zischend. Und: gefährlich. Wo andere Leute sich vor Ekel selber winden, fangen bei Jürgen Hergert die Augen zu glänzen an: Über 1000 Schlangen hält der 63-Jährige auf seiner Schlangenfarm in Schladen im Harz. Er zeigt sie dem Publikum, er macht Vorführungen mit ihnen, Wanderausstellungen, und: er melkt sie. Viel Konzentration und Vorsicht braucht es, um den teils hochgiftigen Schlangen regelmäßig das Gift abzuzapfen, das in der Medizin für Antiseren und zur Medikamentenentwicklung gebraucht wird. Zwei Mal ist es schief gegangen, Hergert gebissen worden. Dem Tod nur so grade von der Schippe gesprungen. Angst oder Ekel vor Schlangen hat er trotzdem nie verspürt. Er war noch ein Kind, als er auf dem heimischen Großbauernhof in Namibia seine erste Schlange fing. Später arbeitet er als Wildhüter in Afrika, macht eine Ausbildung zum Reptilienpfleger auf einer Schlangenfarm nahe Johannesburg, jobbt dann als Pipelineleger, studiert kurz Maschinenbau, und merkt dann: Nicht das Zeichenbrett, die Schlangen sind es doch, mit denen er beruflich arbeiten will. 1980 siedelt er von Südafrika ins kalte Schladen um, eröffnet hier seine eigene Schlangenfarm, und macht so seinen Traum schließlich wahr, im deutschen Schladen im Harz, der Heimat seiner Mutter. Und gewinnt dadurch bald noch einen andern Traum hinzu: 1994 lernt er hier seine Frau kennen. Auf der eigenen Schlangenfarm, wo sie als Besucherin die Show ansah. Dass Schlangen so durchaus etwas mit Romantik zu tun haben können, hätte das Paar vorher allerdings auch nicht gedacht.

Im Gespräch mit Jürgen Hergert über Abenteurlust, Gefahr und seine Liebe zu etwas weniger niedlichen Tieren ist Dieter Kassel.
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