Im Gespräch
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Montag - Samstag • 9:05
3.3.2005
Im Gespräch mit Susanne Korbmacher
Sonderschullehrerin und Leiterin des Vereins Ghettokids – Soziale Projekt e.V.
Moderation: Katrin Heise

Immer da sein, wo's weh tut - das ist der Untertitel des Buches von Susanne Korbmacher über ihr Projekt Ghettokids und das könnte auch ihr Lebensmotto sein. Die 50-Jährige Sonderschullehrerin unterrichtet seit 19 Jahren am Förderzentrum München Nord, im Problemkiez "Hasenbergl", da wo die schicke Stadt aufhört und die raue Welt von Kindern und Jugendlichen beginnt, von Gewalt, Diebstahl, Drogen und Prostitution, von Kindern arbeitloser und alkoholkranker Eltern, Migrantenfamilien.

Susanne Korbmacher, selbst Mutter eines 19-jährigen Sohnes, glaubt an diese Kinder. Sie ist ihnen nicht nur Lehrerin, sondern auch Schauspielerin und Schutzengel. Sie lenkt ihre Agressionen um, in Theater, Musik- und Tanzkurse, spielt und tanzt selber mit, unterstützt sie, aber setzt auch Grenzen. Mit ihr - so wissen die Jugendlichen - sollte man sich nicht anlegen.

Susanne Korbmacher weiß, was Gewalt ist, sie kennt sie aus ihrer eigenen Familie, der Vater war alkohol- und spielsüchtig und schlug sie und die fünf Geschwister. Ihr Sohn wurde von dem griechischen Vater entführt, weil sie nicht wollte, dass er von der Großmutter in Griechenland erzogen wird.

All dies hat die Lehrerin, die auch mal eine Schauspielausbildung begonnen hat, nur zu mehr Engagement angetrieben. 1998 bekommt sie den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, 2000 gründet sie den Verein Ghettokids, dreht einen Film über sie und schreibt ein Theaterstück und ein Buch (Susanne Korbmacher: Ghettokids. Immer da sein, wo's weh tut. Piper Original 7082). Ihr Traum ist es eine "Ghettokids-university" zu gründen.
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