Im Gespräch
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Montag - Samstag • 9:05
1.3.2005
Im Gespräch mit Anna Rheinsberg
Autorin und Feministin
Moderation: Dieter Kassel

Andere Menschen erinnern sich gar nicht mehr an ihre Jugendliebe, halten sie für kindisch oder trauern ihr ein Leben lang nach. Anna Rheinsberg hingegen hat sie wieder gefunden und ist glücklich darüber. Nach einem halben Leben mit anderen Partnern, einer schmerzhaften Scheidung und einer schlimmen Zeit begegnete sie dem Mann ihrer Jugend wieder, der heute als Trödelverkäufer arbeitet. Mit ihm reiste die Schriftstellerin lange Monate über die Jahrmärkte, nach Spanien und Frankreich. Und macht daraus ihr neustes Buch: "Basco" heißt es, erschienen im Hamburger Verlag Nautilus, und erzählt eben die Geschichte zweier Liebender, die sich verlieren und lang danach wieder finden.

Zufall ist das natürlich nicht. Denn das Schreiben und die eigene Biografie waren schon immer verwoben für Anna Rheinsberg. Mit grade mal zehn Jahren beginnt sie, regelmäßig zu schreiben. Geboren 1956 wächst sie in einem "Drei-Mädel-Hau"' auf, wird von Mutter und Großmutter aufgezogen, zunächst in Berlin, dann in einer Kleinstadt nahe Hannover.

Durch eine Krankheit ist sie als Kind oft ans Bett gefesselt, liegt immer wieder längere Zeit in Kliniken - und vertreibt sich die harte Zeit dort mit Briefen, Tagebucheinträgen und Geschichten. Schon während ihrer Schulzeit bekommt sie außerdem Kontakt zur Frauenbewegung, beginnt für feministische und später auch für andere Zeitungen und Zeitschriften zu schreiben.

Im Studium in Marburg gründete sie neben ihrem Studium der Germanistik mit anderen Frauen zusammen die Frauen-Literatur-Zeitschrift "Spinatwachtel". Diese Wurzeln sind ihr bis heute geblieben: Anna Rheinsberg, die immer noch in Marburg wohnt, betrachtet sich heute als Autorin und Feministin. Zu ihren zahlreichen Veröffentlichungen gehören Gedichtbände, Erzählungen, Theaterstücke und Briefe.

Über das Wiederfinden von Verlorengeglaubtem, ihre echte Jugend und ihre nicht immer nur ausgedachten Romane erzählt Anna Rheinsberg im Gespräch mit Dieter Kassel.
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