Hörspiel und Feature
Hörspiel und Feature | Hörspiel | Sonntag, 00:00 Uhr
17.9.2000
Aschenglut
Beckett. Radio. Kunst.
Samuel Beckett

Übersetzung aus dem Englischen: Erika und Elmar Tophoven Regie: Donald McWhinnie Komposition: Johannes Aschenbrenner Darsteller: Hans Mahnke, Edith Heerdegen, Friedrich von Bülow u.a. Länge: 61'

Zwischen Sprechenkönnen und Schweigenmüssen versucht ein alter, einsamer Mann, seine Erinnerungen zu ordnen. Um das verhasste Geräusch der See zu übertönen, spricht er zu sich selbst, redet andere herbei. Sein toter Vater antwortet nicht mehr, seine tote Frau Ada quält ihn mit ihrer Stimme. Die, die er da ruft, erhalten von ihm keine Antwort, warum er sie ruft. "Nur die Aschenglut, Geräusch des Sterbens, sterbender Glut..." wird zur Metapher für die große Existenznot des alten Mannes; sie scheitert gegenüber der mächtigen Sprache des Meeres: "Schließ deine Augen und hör dir das an: Was könnte das sein? Ein Tropfen..."

Samuel Beckett (1906-1989), Meister des Absurden Theaters. Nobelpreis 1969.

hs
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