Hörspiel und Feature
Hörspiel und Feature | Feature | Mittwoch, 19:05 Uhr
28.4.2004
Quitila
Eine deutsche Familiengeschichte im angolanischen Bürgerkrieg (Ursendung)
Von Károly Koller

Schulspeisung in Angola (Bild: AP)
Schulspeisung in Angola (Bild: AP)
Mit der Nelkenrevolution in Portugal am 25. April 1974 ist das älteste europäische Kolonialreich zu Ende. In Angola beginnt ein beispielloser Exodus weißer Siedler. Unter ihnen sind viele Deutsche. 18 deutsche Farmer entschließen sich trotz des Bürgerkrieges zu bleiben. 12 von ihnen kommen in den folgenden Monaten ums Leben. Ein Einziger hält durch. In den 80er Jahren wird er von den Rebellen entführt und marschiert rund 1000 km quer durch Angola. Doch er kehrt auf seine Pflanzung Quitila zurück und macht weiter, bis er schließlich im September 2000 stirbt, kurz vor Kriegsende. Zwei Söhne treten das Erbe an und bauen die Pflanzung wieder auf - aber nicht im alten Kolonialstil, sondern mit der Bevölkerung als Ausbildungszentrum und Kooperative. Jetzt wachsen in Quitila traditionelle Produkte wie Mais, Maniok, Massango und als ganz neue Frucht: Frieden.

Regie: der Autor
Produktion: DeutschlandRadio Berlin 2004
Länge: ca. 54'30

Károly Koller, geboren 1968 in Gyorok/Siebenbürgen, studierte Philosophie und Theologie, arbeitet als freier Autor in München. DLR Berlin produzierte 2003 "Tigerbucht".
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