Hörspiel und Feature
Hörspiel und Feature | Feature | Mittwoch, 19:05 Uhr
29.9.2004
Singen für die Warschauer Toten
Zwölf polnische Juden, eine Deutsche und der lange Schatten des Krieges
Von Margrit Irgang

Ein Veteran sieht sich historische Fotos im Museum des Warschauer Aufstands an. (Bild: AP)
Ein Veteran sieht sich historische Fotos im Museum des Warschauer Aufstands an. (Bild: AP)
Ein Therapeuten-Kongress in Warschau. Die Autorin hält einen Workshop mit dem Titel "Unsere Vorfahren in uns selbst heilen". 1993 war sie das erste Mal in Warschau, sie sollte westliche Therapiemethoden vermitteln. Die Polen aber, fast alles Juden, wollten über andere Themen sprechen. Und so taten die 40-jährigen Kinder das, was Kinder immer tun, um sich zu trösten: sie erzählten einander Geschichten - von Mord und Hunger, Scham und Schuld, Verlust, Angst und fehlender Sicherheit. Bis heute wirft der Krieg seine Schatten weit in die nächste Generation hinein. Und so erkundeten im Winter 1993 in einem behutsamen Prozess ein paar Kinder aus Familien der Opfer und Täter miteinander, wie die Erlösung gelingen könnte.

Regie: Marie Elisabeth Müller
Darsteller: Ursula Illert, Gisela Stein, Wolfgang Hinze, Michael Holz
Produktion: Südwestrundfunk 2002
Länge: 54'30

Margrit Irgang schreibt Erzählungen, Gedichte, Essays, Hörspiele und Rundfunk-Features. Zuletzt: "Die Kunst des achtsamen Lebens" (SWR 2004). Zahlreiche Literaturpreise, u.a. Rom-Preis Villa Massimo.
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