Hörspiel und Feature
Hörspiel und Feature | Hörspiel Werkstatt | Freitag, 00:05 Uhr
25.2.2005
Okyo
Von Michael Vetter

Buddhistische Mönche in Kambodscha (Bild: AP)
Buddhistische Mönche in Kambodscha (Bild: AP)
"Okyo" heißen die Gebetstexte, die Zen-Mönche im Fernen Osten als Sprechgesang rezitieren. Sie werden auf einem Ton gesungen, um sie jenseits aller Emotionen zu vergegenwärtigen. Dabei wird das Okyo vor allem als phonetisches Erlebnis verstanden, als Klangereignis, das das inhaltliche Verständnis der Texte in den Hintergrund stellt. "Jahrelang bestanden meine Okyo-Meditationen aus improvisatorischen Übeprozessen über das Innenleben der Töne. Täglich viele Stunden beobachtete ich singend den Ton, wie er in sich ging und aus sich heraus." (M. Vetter)
Traditionelle Zen-Musik bildet den Ausgangspunkt für dieses Hörstück, in dem Michael Vetter und Natascha Nikprelevic die Okyos unter Einbeziehung von Instrumenten neu interpretieren. Dabei beweisen sie vor allem ihr großes Können, die Obertöne virtuos zum Klingen zu bringen.

Realisation: Götz Naleppa
Produktion: DeutschlandRadio Berlin 2003
Länge: 44'30

Michael Vetter, 1943 geboren, studierte Theologie und Musik, arbeitet mit Stockhausen, lebte in einem japanischen Zen-Kloster. Berühmt wurde er als Meister des Obertongesangs. Er malt, schreibt, realisiert Theater- und Hörstücke. DLR Berlin produzierte 2000 "Soto Voce" und "De Profundis".

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