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7.1.2005
"Partnerschaften geben Hilfe ein menschliches Gesicht"
Interview mit Christa Nickels (Grüne), Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Menschenrechte

Christa Nickels (Bündnis 90 / Die Grünen) (Bild: Deutscher Bundestag)
Christa Nickels (Bündnis 90 / Die Grünen) (Bild: Deutscher Bundestag)
Die Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Menschenrechte, Christa Nickels (Bündnis 90/Die Grünen), hat sich für möglichst viele Hilfspartnerschaften mit den Gemeinden in den Katastrophengebieten Asiens ausgesprochen.

Solche Partnerschaften würden der Hilfe ein menschliches Gesicht geben, sagte Nickels im DeutschlandRadio Berlin. Außerdem könnten sie ein Anker gegen die Kurzfristigkeit von Hilfsangeboten sein. Auch wären sie ein erster Ansatz für eine globalisierte Hilfe. Bisher sei Globalisierung immer damit verbunden gewesen, dass Geld und Wirtschaft an jedem Punkt der Welt sein könne. Nun könne Globalisierung auch anders gesehen werden. Nickels wörtlich: "Wenn man solche Hilfspartnerschaften anbietet und organisiert und koordiniert, wo auch Dörfer, Städte, Gemeinden und Bundesländer sich spezialisieren und mithelfen können, dann ist das ein erster Ansatz, der globalisierten Hilfe - also der Gegenreaktion gegen Gewalt und Not - ein menschliches Gesicht zu geben. Das finde ich sehr gut."

Nickels betonte, die Bundestagsabgeordneten könnten eine wichtige Funktion als Mittler zwischen der deutschen Bevölkerung und den Aktivitäten auf bundesdeutscher und internationaler Ebene einnehmen. Sie hätten einerseits ihre Büros vor Ort und wüssten, welche Hilfsaktivitäten in der Region laufen würden. Andererseits würden sie in Fachausschüssen Informationen der Bundesregierung aus erster Hand bekommen. Nickels weiter: "Ich glaube, dass es sehr wichtig ist - wenn jetzt die Bundesregierung national und international die ersten Strukturen über solche Hilfspartnerschaften herausgearbeitet hat -, dass wir die Informationen mitnehmen in die Wahlkreise. Da können Abgeordnete und Parlament ein stückweit Transmissionsriemen werden zwischen dem, was die Regierung national und international macht und dem, was an lebendigen, praktischen Aktivitäten vor Ort schon vorhanden ist."
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