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8.1.2005
Rechtsausschuss des Bundestages kritisiert geplantes Verbot von Vaterschaftstests
Vorsitzender Andreas Schmidt (CDU): Es gibt keine Alternative zur Wahrheit

Andreas Schmidt, CDU (Bild: Deutscher Bundestag)
Andreas Schmidt, CDU (Bild: Deutscher Bundestag)
Der Vorsitzende des Rechtsausschusses des Bundestages, Andreas Schmidt, (CDU), hat das von der Regierung geplante Verbot heimlicher Vaterschaftstests scharf kritisiert. Der Vorschlag der Bundesjustizministerin Brigitte Zypries sei nicht zielführend, sagte Schmidt. Mit dem Strafrecht zu drohen sei nicht der richtige Weg. Es gebe keine Alternative zur Wahrheit.

Der Vater habe ein Recht darauf, zu erfahren, ob er der Vater sei oder nicht. Ein heimlicher Vaterschaftstest könnte auch dem Familienfrieden zugute kommen. Schmidt wörtlich: "Ich halte es für völlig falsch, wenn man hier mit dem Strafrecht zuschlagen will. Man kann die Menschen nicht vor der Wahrheit schützen. Wenn es Misstrauen gibt und der Vater glaubt nicht an die Vaterschaft - er glaubt, dass es ein anderer Vater war -, dann ist der Familienfrieden sowieso nicht zu retten. Deswegen ist die Wahrheit das beste Mittel, um den Familienfrieden wiederherzustellen."

Der CDU-Politiker erklärte, die jetzige Situation sei ausreichend. Zu überlegen wäre nur, ob die Labors, die heimliche Vaterschaftstests durchführen, eine bestimmte Lizenzierung bekommen. Schmidt betonte, bisher sei das Thema im Rechtsausschuss des Bundestages nicht auf der Agenda gewesen. Deshalb sei zu erwarten, dass die Mehrheit der Parlamentarier im Ausschuss sich gegen das geplante Verbot heimlicher Vaterschaftstests ausspricht. Schmidt wörtlich: "Ich hoffe das. Wir haben das bisher nicht diskutiert, aber ich glaube, dass es gute Argumente für meine Position gibt und ich hoffe, dass man dann auch Sozialdemokraten und grüne Rechtspolitiker von diesem Standpunkt überzeugen kann."
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