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29.1.2005
Einmalige Chance für eine Nahostfriedenlösung
Interview mit Elmar Brok, CDU-Europapolitiker

Elmar Brok, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Europäischen Parlament (CDU) (Bild: Deutschlandradio / Bettina Straub)
Elmar Brok, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Europäischen Parlament (CDU) (Bild: Deutschlandradio / Bettina Straub)
Der Vorsitzende des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten im Europäischen Parlament, Elmar Brok (CDU), hat die Europäische Union aufgefordert, die USA bei dem bevorstehenden Besuch von US-Präsident stärker zu präventiven Konfliktlösungen zu bewegen.

Das Nuklearprogramm des Iran müsse ohne militärisches Eingreifen verhindert werden. Brok forderte zudem, die Chance für eine Nahostfriedenlösung jetzt zu ergreifen. Es gebe eine "einmalige Situation", weil die Regierungschefs des Israelis und Palästinenser für eine Lösung offen seien. Eine Friedenslösung dort könne eine wesentliche Wegetappe bei der Zurückdrängung des islamischen Terrorismus sein, sagte Brok.

Brok kritisierte die militärische Intervention der USA im Irak. "Wir sehen, dass es immer ein Problem ist, wenn man in ein Land hineingeht und nicht weiß, wie man hinausgehen kann. Die Dimension des amerikanischen Fehlers wird in diesem Moment deutlich." Der Wahltermin sei dennoch richtig gesetzt. Die Wahlen seien ein Ansatzpunkt dafür, mehr Macht an irakische Autoritäten abzugeben und die Amerikaner zum Loslassen zu bewegen.

Seine wichtigste Hoffnung für den Irak sei, dass die drei großen Bevölkerungsgruppen Schiiten, Sunniten und Kurden in einem Staat zusammenleben könnten. Wenn aber die Kurden stärker einen eigenen Staat forderten, könne dies ein militärisches Eingreifen der Türkei zur Folge habe, weil sie eine Abspaltung ihres kurdischen Teils verhindern werde. Dies zeige, in welche Krisen die EU geraten könne, wenn die Türkei EU-Mitglied werden sollte.

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