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3.2.2005
Gesamtbetriebsrat: Gute Chancen für Rettung von Walter Bau
Interview mit Karl Bauer, Gesamtbetriebsrat Walter Bau

Walter Bau AG (Bild: AP)
Walter Bau AG (Bild: AP)
Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates des Baukonzerns Walter Bau, Karl Bauer, sieht gute Chancen für die Rettung des gesamten Unternehmens.

Alle Bereiche innerhalb des Unternehmens könnten erhalten bleiben, sagte Bauer im DeutschlandRadio Berlin. Allerdings dürften nicht im Vorfeld die guten Teile des Unternehmens verkauft werden. Stattdessen müsse der vorhandene Restrukturierungsplan noch einmal überarbeitet werden. Der Betriebsratschef betonte, er habe den Konkurs nicht kommen sehen. Bauer weiter: "Mit Sicherheit waren Managementfehler mit schuld an der Situation. Eines unserer größten Probleme war unser Auslandsgeschäft. Wichtig ist jetzt, dass gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter diese Fehler aufgedeckt und abgestellt werden. So, glaube ich, dass wir auch weiterleben können."

Bauer warf den Banken ein unfaires Spiel vor. Das habe auch bei den Mitarbeitern des Baukonzerns Auswirkung gehabt. Während zuerst Schock und Angst überwogen, stehe mittlerweile Wut im Vordergrund. Bauer wörtlich: "Weil die Mitarbeiter sagen, was die Banken hier gespielt haben, einmal rauf, einmal runter - das war ein ganz linkes Spiel."

Der Betriebsratschef erklärte, er fühle sich nicht von der Politik im Stich gelassen. Zwar müsse diese der Baubranche Investitionen zur Verfügung stellen, aber das habe sie im Fall von Walter Bau auch getan. Leider sei sie auch an den Machenschaften der Banken gescheitert. In diesem Zusammenhang forderte Bauer die Deutsche Bahn erneut auf, die offenen Zahlungen zu begleichen. Bauer wörtlich: "Wir fordern ganz klar, dass hier die Gelder fließen. Ein Herr Mehdorn soll sich nicht zurückziehen, sondern soll die Verantwortung übernehmen. Wir reden hier von 9500 Arbeitnehmern mit ihren Familien. Da glaube ich, dass die Deutsche Bahn - vorneweg mit Mehdorn - ihrer Verpflichtung gerecht werden müssen."
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