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5.2.2005
Überwachung der Seegebiete am Horn von Afrika
Interview mit dem Kommandeur der multinationalen Task Force 150, Admiral Henning

Die Fregatte "Bayern" am Horn von Afrika (Bild: AP Archiv)
Die Fregatte "Bayern" am Horn von Afrika (Bild: AP Archiv)
Auf die Bedeutung der Überwachung der Seegebiete am Horn von Afrika hat der Kommandeur der multinationalen Task Force 150 im dortigen Gebiet, Admiral Henning Hoops, hingewiesen.

Nicht alle Anrainerstaaten der Region seien in der Lage, die Seegebiete zu kontrollieren, sagte Hoops am Samstag im DeutschlandRadio Berlin. "Es gibt hier einige, die sind mit sich selbst und mit ihren Nachbarn so sehr beschäftigt, dass ihnen das völlig egal ist, was auf dem Wasser passiert." So habe Somalia keine staatlichen Strukturen, geschweige denn einen Küstenschutz. Im Jemen werde er erst aufgebaut. Nur der Oman überwache die Gewässer ausreichend. Auch sei die Aufgabe im Rahmen der internationalen Antiterror-Operation "Enduring Freedom" anspruchsvoll. Kriminelle Aktivitäten auf dem Wasser wie Piraterie, Schmuggel von Waffen, Drogen und Menschen seien nur schwer von terroristischen Aktivitäten zu unterscheiden.

In den kommenden Wochen sollen mehrere Einheiten zusammengezogen werden, um das gesamte Seegebiet zu überwachen, sagte Hoops. Das Seegebiet um die arabische Halbinsel sei acht Mal so groß wie die Bundesrepublik. Da reiche eine Anzahl von zehn bis 14 Schiffen nicht aus, um das gesamte Gebiet ständig zu überwachen.

Routinemäßig würden über Funk Informationen bei allen vorbeifahrenden Schiffen eingeholt. Werde an den Schiffen selbst oder ihren Routen etwas Auffälliges oder Widersprüchliches festgestellt, gingen Soldaten an Bord, um Mannschaft und Ladung zu kontrollieren.
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