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8.2.2005
Kommunen erwarten bis Mittwoch Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst
Interview mit Thomas Böhle, VKA-Präsident

Bundesinnenminister Otto Schily, rechts, der Chef der Gewerkschaft ver.di, Frank Bsirske, Mitte, und der Verhandlungsführer der Kommunen, Thomas Böhle, links (Bild: AP)
Bundesinnenminister Otto Schily, rechts, der Chef der Gewerkschaft ver.di, Frank Bsirske, Mitte, und der Verhandlungsführer der Kommunen, Thomas Böhle, links (Bild: AP)
Der Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände Deutschlands (VKA), Thomas Böhle, ist zuversichtlich, dass es bei den Tarifverhandlungen für den Öffentlichen Dienst bis Mittwoch zu einer Einigung kommt. In Potsdam verhandeln seit Montag die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und die Arbeitgeber des Bundes und der Kommunen.

Ein Scheitern der Gespräche könne er sich nicht vorstellen, sagte Böhle im DeutschlandRadio Berlin. "Wir sind guter Dinge", so Böhle wörtlich. Und weiter: "Es gibt eine ganze Reihe von Punkten, wo wir zumindest sehr genau wissen, was die jeweilige Seite will."

Man sehe Einigungskorridore, an anderen Stellen sei es nach wie vor schwierig. Einzelheiten wollte Böhle vor dem Ende der Verhandlungen jedoch nicht nennen. Böhle räumte lediglich ein, dass die Verlängerung der Wochenarbeitszeit für die Kommunen weiter ein wichtiges Thema sei, und dass sich in diesem Punkt "etwas bewegen" müsse.

Zur Finanzierungsfrage erklärte Böhle, dass mehrere Möglichkeiten denkbar seien. Man könne vorhandene Zahlungsbestandteile umwandeln, man könne "etwas extra vereinbaren in der Tarifrunde" oder über zurück fließende Besitzstände reden. Nur eins schloss Böhle aus: "Klar ist, dass nicht auf normale Löhne und Gehälter nur die Arbeitgeberseite etwas drauflegen kann, weil die Sache dann natürlich erheblich teurer wird."

Ob die Länder, die an den Gesprächen nicht teilnehmen, eine Tarifeinigung später möglicherweise doch übernehmen werden, darüber wollte Böhle nicht spekulieren. Wie sich die Länder verhalten, werde sich im Laufe der nächsten Monate zeigen.
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