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12.2.2005
Gedenken an Bombardierung Dresdens als Symbol der Versöhnung
Interview mit Ingolf Roßberg (FDP), Dresdner Oberbürgermeister

Blick vom Dresdener Rathausturm auf die zerstörte Stadt 1945 (Bild: AP Archiv)
Blick vom Dresdener Rathausturm auf die zerstörte Stadt 1945 (Bild: AP Archiv)
Der 60. Jahrestag der Bombardierung Dresdens am Sonntag wird nach Ansicht des Oberbürgermeisters der Stadt, Ingolf Roßberg (FDP), zu einem Symbol der Versöhnung und gegen Krieg, Rassismus und Gewalt.

Das werde möglich durch eine Vielzahl von Veranstaltungen und die Teilnahme der Botschafter der USA, Frankreich und Großbritanniens, sagte Roßberg am Samstag im DeutschlandRadio Berlin. Der NPD sei aufgrund der vielen Initiativen nur die Möglichkeit geblieben, an den Innenstadtrand zu gehen. Beispielsweise gebe es auf dem Theaterplatz vor der Semperoper die Veranstaltung der Initiative "10.000 Kerzen für den Frieden", auf dem Altmarkt gedenke die Initiative "IG 13. Februar" der Opfer. Zudem werde erstmals die Frauenkirche für die "Nacht der Stille, des Betens und des Friedens und gegen Krieg, Rassismus und Gewalt" geöffnet.

Die Vorbereitung des Jahrestages habe lange vor dem Eklat im Sächsischen Landtag begonnen. So sei es gelungen, "das wohl differenzierteste Gedenken, was es hier in dieser Stadt in den letzten 60 Jahren gegeben hat, zu initiieren".

Die NPD wolle die Stadt missbrauchen, wie sie mit ihren "unsäglichen Reden" und dem "abscheuliche Wort vom Bombenholocaust" gezeigt habe. Aber ein Versammlungsverbot hätte man nach Meinung von Roßberg nicht durchsetzen können, ohne einen Erfolg der NPD vor Gericht zu riskieren. "Ich möchte unter keinen Umständen den Rechtsextremen die Plattform bieten, dass sie etwa noch den Rechtsstaat, den sie abschaffen wollen, missbrauchen können und sich dann noch hinstellen können, etwa rechtsstaatlich gehandelt zu haben."

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