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12.2.2005
Loske nennt Volmers Rückzug eine "respektable Entscheidung"
Interview mit Reinhard Loske (Bündnis 90/Die Grünen)

Reinhard Loske, stellvertretender Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen (Bild: gruene-service.de)
Reinhard Loske, stellvertretender Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen (Bild: gruene-service.de)
Die Ankündigung von Ludger Volmer, als außenpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion von B'90/Die Grünen zurückzutreten, hat der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Partei, Reinhard Loske, als "respektable Entscheidung" bezeichnet.

Volmer sei formal nichts vorzuwerfen, sagte Loske am Samstag im DeutschlandRadio Berlin. Es sei aber zu fragen, ob es gut war, geschäftlich in einem Bereich tätig zu sein, in dem er sich politisch betätigt habe. Das sei der Boden gewesen, "der fruchtbar wurde für die Vermischung der Diskussion mit dem Visa-Erlass. Das war eine sehr ungünstige Situation. Insofern glaube ich schon, dass er jetzt eine gute Entscheidung getroffen hat".

Der Visa-Erlass sei seinerzeit "richtig" und "angemessen" gewesen. Es habe damals Kritik von vielen Seiten gegeben, dass die Visa-Erteilungspraxis zu restriktiv gewesen ist. Beispielsweise hätten Gastwissenschaftler nicht nach Deutschland kommen können, weil ihnen kein Visum erteilt wurde. Es sei jedoch zu fragen, was da "im Windschatten" geschehen sei, so Loske. Es habe Gegenmaßnahmen gegen den Missbrauch gegeben. Ob dies früh genug geschehen sei, müsse der Visa-Ausschuss des Bundestages klären. Loske gehe davon aus, dass Außenminister Fischer den damaligen Erlass plausibel erklären kann.

Anlässlich der morgigen Umweltkonferenz seiner Fraktion nannte Loske die Forderungen nach einer Verlängerung der Laufzeit für Atomkraftwerke "eine ganz schlechte Idee". Es müsse jetzt gezeigt werden, dass Atomkraftwerke durch erneuerbare Energien, Energieeinsparungen und die effizientere Nutzung der Energie ersetzt werden können. Wenn man nun die Dauer der Nutzung von Atomenergie offen halte, würden Investitionen der Unternehmen verzögert. "Denn die Unternehmen fangen jetzt an sich darauf einzustellen, dass etwas anderes an die Stelle der Atomkraft treten muss."

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