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15.2.2005
IG Metall betont Reformbereitschaft
Interview mit Jutta Blankau, Vorsitzende des IG-Metall-Bezirks Küste

IG Metall (Bild: AP)
IG Metall (Bild: AP)
Nach den jüngsten Äußerungen von DGB-Chef Sommer signalisiert auch die IG Metall eine deutlichere Bereitschaft zur Reform der Sozialsysteme.

Insbesondere mit der Bürgerversicherung hätten die Gewerkschaften aber schon in der Vergangenheit innovative Konzepte für den Sozialstaat in ihrem Programm gehabt, betonte die Vorsitzende des IG-Metall-Bezirks Küste, Jutta Blankau, am Dienstag im DeutschlandRadio Berlin.

Wichtig sei, dass die Gesellschaft solidarisch bleibe, sagte Blankau. So könne die Bürgerversicherung auch Modell für die Rente werden. Blankau betonte, dass diese Gewerkschaftsvorschläge keine Blockaden seien:

"Wir haben vielleicht etwas Zeit gebraucht, um mit Vorschlägen tatsächlich an die Öffentlichkeit zu kommen. Aber mittlerweile diskutieren wir das seit April letzten Jahres, nur vielleicht nicht laut genug."

Das ursprüngliche Gesundheitsmodell der CDU mit einer Gesundheitsprämie lehnte Blankau dagegen entschieden ab. Dieses Modell werde von den Gewerkschaften nach wie vor als ungerecht empfunden, sagte sie weiter: "Denjenigen, denen es in unserer Gesellschaft gut geht, wird es nach solchen Entscheidungen noch besser gehen."

An der Arbeitsmarktreform Hartz IV kritisierte Blankau, dass bisher nur der Aspekt des "Forderns" im Mittelpunkt gestanden habe. Die geplante Förderung durch Hartz IV sei bisher dagegen noch nicht eingetreten:

"Insofern ist noch etwas offen. Fördern heißt auch, dass die fünf Millionen Arbeitslosen jetzt endlich einen Arbeitsplatz kriegen." Verantwortlich für mehr Arbeitsplätze seien aber die Arbeitgeber, fuhr Blankau fort.

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