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19.2.2005
NATO muss wieder Ort der strategischen Debatte werden
Interview mit Alexander Graf Lambsdorff (FDP)

Flaggen der NATO-Mitglieder in Brüssel (Bild: NATO)
Flaggen der NATO-Mitglieder in Brüssel (Bild: NATO)
Der liberale Europa-Abgeordnete Alexander Graf Lambsdorff hält den Vorstoß von Bundeskanzler Schröder (SPD) zur Aufwertung der NATO für richtig.

Inhaltlich habe Schröder Recht, sagte Lambsdorff, auch Mitglied im Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten des Europäischen Parlaments, im DeutschlandRadio Berlin. Die NATO sei nicht mehr der Ort der strategischen Debatte zwischen Europa und den USA, sie müsse es aber wieder werden. Dazu könne der bevorstehende Besuch von US-Präsident Bush beitragen. Die Tatsache, dass Bush nicht nur Berlin und Paris besuche, sondern gezielt die multilateralen Institutionen wie EU und NATO, sei ein sehr gutes Zeichen. "Das ist eine Botschaft", sagte Lambsdorff. Der Vorstoß Schröders sei aber "im Stil äußerst unglücklich gewesen".

Das gestrige Fernsehinterview des US-Präsidenten in der ARD wertete der FDP-Politiker positiv, weil Bush die Kooperation mit Europa stark betont habe, vor allem in der Iranfrage. Dies sei aber nur zur Hälfte der Einsicht, zur anderen Hälfte der Notwendigkeit geschuldet. "Es gibt ganz klare Erkenntnisse, dass die viel diskutierte militärische Option gegen den Iran nicht existiert." Das rühre schlicht daher, dass bereits 150.000 US-Soldaten im Irak gebunden sein.

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