Kompass
Kompass • Blicke in die Gesellschaft
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8.10.2004
"Dornröschen schläft noch"
Junge Literaten und ihr Kampf ums Überleben
Von Irene Binal

Schriftsteller mit Schreibmaschine: Das romantische Bild stimmt nicht mehr (Bild: AP Archiv)
Schriftsteller mit Schreibmaschine: Das romantische Bild stimmt nicht mehr (Bild: AP Archiv)
Der Bücherherbst ist da, die Verlage präsentieren ihre aktuellen Programme und ihre Neuentdeckungen. Der Weg zu einer solchen Veröffentlichung jedoch ist gerade für noch unentdeckte Autoren steinig und mühsam. Oft verstauben Manuskripte nach jahrelangen Odysseen durch die Verlagslandschaft letztlich in der Schublade, der künstlerische Anspruch der Schreibenden steht im krassen Gegensatz zur Notwendigkeit, sich oft mit ungeliebten Jobs ein Leben finanzieren zu müssen.

Das FCC war ein Musterbild an gepflegter Kolonial-Kultur. Im zweiten Stock fand sich ein Café mit Bar. Wände und Decke waren mit dem rötlichen Holz getäfelt, das ich schon vom Liegestuhl im Hotel kannte. Lautlos drehten sich hölzerne Deckenventilatoren. Die Sitzgruppen bestanden aus breiten, weichen Sesseln um flache Tischlein mit Glasplatten. Die Kellner trugen weiße Hemden und Fliegen, hatten glänzende Schuhe und Servietten über dem Arm. Vor dem hinteren Fenster, das auf die geschwungenen, glühendroten Dächer des Museums blickte, stand ein Billardtisch im besten Zustand. Vorne blickte man auf die Sturmwand hinterm Mekong und den Quai Karl Marx.

Ein Roman, der das Licht der Öffentlichkeit noch nicht erblickt hat. Fast drei Jahre lang hat Autor Markus Liske an seinem 400-seitigen Werk gearbeitet, hat recherchiert, geschrieben, verbessert. Bis jetzt hat seine Arbeit noch keine Früchte getragen, die Suche nach einem Verlag blieb erfolglos. Statt mit Lesereisen und Vorträgen verdient Markus Liske sein Geld mit Theaterstücken für Kinder und Bühnenauftritten, bei denen er aus seinen satirischen Texten liest:

Hin und wieder veröffentliche ich dann mal auch einen kleinen Artikel, was dann 50 Cent pro Zeile bringt, wenn man Glück hat, meistens ist es weniger und es wird auch immer erst nach drei Monaten bezahlt... Dann die Kindertheaterstücke bringen halt relativ viel und eben diese Bühnenauftritte - na ja, mein Gott, sie zahlen zumindest die Bierrechnung. Also irgendwie stoppelt sich auf die Art schon ein Leben zusammen, also ich habe tatsächlich auch nichts anderes, ich habe kein zweites Standbein, also ich bin darauf angewiesen, dass es so klappt. Natürlich ist der Wunschtraum, eines schönen Tages, in Ligurien, in einem Olivenhain ein kleines Häuslein zu haben und pro Jahr einen Roman zu schreiben, eigentlich nur mit den Lektoren zu telefonieren und ansonsten durch die Olivenhaine zu wandeln. Aber - ja, Gott, so ist das mit Träumen...

Markus Liske ist kein Einzelfall. Unzählige Menschen in Deutschland träumen von einer Schriftstellerkarriere - und verdienen ihr Geld bis zum erhofften großen Durchbruch mit oft ungeliebten Jobs. Sie arbeiten als Fremdenführer oder jobben in Sekretariaten:

Gerhard: Also im Großen und Ganzen bin ich Schauspieler und schlage mich hier so durch die Kultur-, Kunstszene auf dem Sektor, ich arbeite auch seit neuestem als Gästeführer hier in Berlin und ich arbeite auch beim Fernsehen hinter der Kamera, das heißt im technischen Sektor und nebenbei - ja, ich prostituiere mich gnadenlos.

K. Pollner: Ich bin eigentlich Soziologin, aber als Soziologin bin ich arbeitslos gewesen und arbeite jetzt als Sekretärin oder Fremdsprachenassistentin, heißt es eigentlich, da habe ich auch etwas mit Sprache zu tun, aber eben nicht nur, das heißt also ich mache auch kleine Übersetzungen, lese Sachen Korrektur, auf Englisch, auf Deutsch und solche Dinge, aber eben auch ganz klassische Sekretariatsarbeiten, Konferenzen organisieren und...

Sabina Naber: Natürlich kann man theoretisch auch einen Kassierjob als Recherche empfinden, es kommt nur auf die Dauer an. Wenn ich das ein Jahr mache, ist es lustig, weil da habe ich meistens alles erfahren, was ich brauche, um es zu wissen und darüber eine Geschichte zu erzählen, oder um die Leute, die da eingebunden sind. Wenn ich es darüber hinaus mache, merke ich, dass ich der Loser bin und dann kriege ich natürlich den Grant auf die Gesellschaft, weil ich mir denke, ich habe so viel zu erzählen, warum sieht das keiner.

Markus: Der Punkt ist halt nur, dass man natürlich innerlich das Gefühl hat, man ist Romanschriftsteller und man möchte natürlich im Endeffekt den Roman auch loswerden. Das ist der Punkt.

Besucher betrachten Bücher an der so genannten "Literaturmeile" auf der Buchmesse in Leipzig. (Bild: AP)
Besucher betrachten Bücher an der so genannten "Literaturmeile" auf der Buchmesse in Leipzig. (Bild: AP)
Die Frustrationsgrenze ist schnell erreicht, wenn die Bestätigung fehlt. Eine Problematik, die der bereits etablierte Autor Georg Klein nur allzu gut kennt. Auch er hat jahrelang auf den Durchbruch gewartet, hat am Vormittag seine eigenen Texte und am Nachmittag fremde Dissertationen geschrieben, bis sich endlich ein Verlag fand, der seine Romane veröffentlichte. Heute zählt Klein zu den arrivierten Vertretern der deutschen Literatur. Die Schwierigkeiten auf dem Weg zum Erfolg kann er freilich sehr gut nachvollziehen:

Man kann auch wirklich beobachten, dass Autoren, die lange ohne Resonanz schreiben, also die gar nicht veröffentlichen können oder nur unter sehr schwierigen Bedingungen veröffentlichen können und eigentlich keine Leser finden, dass die verbittern, dass ihre Texte von innen raus schlechter werden, und das ist wirklich eine sehr traurige Sache. Ist aber nicht zu verhindern. Denn das, was an Aufmerksamkeit zur Verfügung steht, die Aufmerksamkeitsressourcen im Kulturbetrieb, sind begrenzt, das heißt, schon im Vermittlungsbereich bleibt der Großteil der Schreibenden auf der Strecke. Und es besteht keinerlei Garantie dafür, dass die Guten durchkommen.

Frustrationserlebnisse gibt es genug für die jungen Autoren, in ihrem Leben zwischen künstlerischem Anspruch und der harten Wirklichkeit, bestehend aus Mietforderungen und Telefonrechnungen:

Es gibt Phasen, da habe ich das Gefühl, ich halte es nicht mehr aus, also ich kann nicht mehr da jetzt immer hingehen, und mein Leben lang muss ich irgendwelche langweiligen Jobs machen, um meine Miete zu bezahlen, und das, was ich eigentlich machen will, dafür kriege ich kein Geld oder nur ganz wenig Geld... und sehe dann auch irgendwie, dass da kein Ende sein wird...

Gerhard: Man kann sich meines Erachtens, oder ich zumindest, nicht alleine darauf versteifen, ich schreibe pro Jahr einen Roman und der wird mein Leben finanzieren, es wird wahrscheinlich in verschiedenen Bereichsfeldern für mich also sozusagen als Autor da Betätigung geben können, zum Beispiel auch journalistischer, feuilletonistischer Natur, Kurzgeschichten oder Skripte, Entwürfe, Konzepte umzusetzen, die dann vielleicht so die Bandbreite von literarischem Schaffen eigentlich abdeckt und über all dem thront mehr oder weniger, wenn man so möchte, als Lebensglücks...hoffnung so Marcel Proust 2005, so irgendwie die gestundete Zeit der Neuzeit, so als Alterswerk wenn ich dann 75 bin.

Ich hatte mal einen Chef, der hat den schönen Satz gesagt, das Leben ist eine Mischkalkulation. Es ist unmöglich, das Beglückende, Selbsterfüllende sozusagen jeden Tag zu tun, wir jonglieren alle zwischen den verschiedenen Feldern und es gibt Tage, wo ich das als großen Reichtum erlebe und es gibt natürlich Zeiten, wo das sich gar nicht so anfühlt.



Nicht alle potentielle Romanciers sind mit ihrem Leben unzufrieden. Viele von ihnen versuchen auch, sich mit Jobs über Wasser zu halten, die den künstlerischen Anspruch so weit wie möglich befriedigen. Manja Praekels schreibt an ihrem ersten Roman, tritt daneben in Kindertheaterstücken auf und mit ihrer Band mit dem Namen "Der Singende Tresen". Im Herbst kommt ihr erstes Album auf den Markt - mit Liedern, die das Lebensgefühl der jungen Künstler widerzuspiegeln scheinen:

Manja Praekels: Ich finde es schon alles sehr chaotisch, aber das ist ganz natürlich so gewachsen. Theaterspielen für Kinder zwischen drei und fünf Jahren heißt natürlich Erfahrung sammeln für die Texte, die ich für diese Kinder schreibe, das ist großartig, also man kann es eigentlich gar nicht besser haben. Ausprobieren am Publikum, wie es wirkt und was man besser machen kann. Beispielswiese. Und die Erfahrung beim Theater, beim Spielen, also das hat mich professionalisiert, auch für die Bandarbeit. Eigentlich empfinde ich (das) jetzt bei der Arbeit als sehr bereichernd.

Als Bereicherung empfindet auch Anke Tröder ihren Brotberuf. Sie ist Dozentin für Wirtschaftsenglisch und schreibt in ihrer freien Zeit Märchen, Geschichten oder auch kurze Texte:

Und trotzdem, ganz so, wie es war, ist es dann auch nie, sage ich. Kann es gar nicht sein. Worte sind so - eigensinnig. Schleichen sich auf leisen Pfoten davon in der Nacht und wenn sie zurückkommen, tun sie so, als sei nichts gewesen. Sogar zwischen den Zeilen sind sie völlig unberechenbar. Kennst du das? Immer wieder muss man den Herzdurchschuss vergrößern, damit das Schweigen Platz findet.

Worte leben, sagt sie. Deshalb. Erst wenn sie tot sind, kann man ihnen einen fremden Willen aufzwingen. Oder den eigenen.


Man hat natürlich den großen, großen Luxus, dass man Semesterferien hat oder die Veranstaltung erst um 10 losgeht und Schreiben passiert ja immer in der Nacht, mitten um 4 sitzen diese Wortkatzen neben einem und schnurren und wollen gefüttert werden und sind auf einmal da und da muss man aufstehen und etwas machen, weil man hat es bis morgen früh ja vergessen. Das heißt, ich habe ganz bieder, ganz trivial gearbeitet und in Zeiten, in denen ich nicht gearbeitet habe, geschrieben und das Schreiben ist aber auch zurückgeflossen in meine Arbeit...

Anke Tröder hat Glück gehabt: Im Frühjahr erscheint ihr erstes Buch, eine Sammlung von Märchen für Kinder und Erwachsene. Glück, auf das viele andere Schreibende noch warten müssen. Denn gerade in Zeiten, in denen immer mehr Menschen die Lust am Wort entdecken, wird es zusehends schwieriger, bei einem Verlag überhaupt wahrgenommen zu werden. Patricia Klobusiczky ist Lektorin für Belletristik bei Rowohlt Berlin und kennt die unromantische Sicht der Verlage:

Was man nicht weiß, dass Verlage nicht nur dafür da sind, Bücher zu machen, sondern sie sind vor allem in erster Linie dafür da, Bücher zu verhindern. Und das ist genau diese Filterfunktion.

Tagtäglich erhält Rowohlt Berlin mehrere unverlangt eingesandte Manuskripte. Verlagsassistentin Helga Thron ist die erste, die sich mit den Texten auseinandersetzen muss:

Meistens ist es so, dass die Leute das erste Mal was aufgeschrieben haben und nun denken, jetzt muss da sofort ein Buch rauskommen und dann mitunter auch das akzeptieren, wenn ich sage, so läuft das nicht und die Freude am Schreiben garantiert noch nicht, dass da tatsächlich also etwas entsteht, was wert ist, dass man es veröffentlicht. Die sagen dann, also vielen Dank und nun weiß ich Bescheid und ist gut. Daneben kommen unverlangt Manuskripte, so zwei, drei, vier, es gibt auch mal einen Tag, wo nichts kommt, mit einem kleinen Anschreiben, und meistens beginnen die dann auch mit dem Satz: "Ich weiß, dass auf Ihrem Schreibtisch sehr viel landet, aber das was ich hier aufgeschrieben habe, sollten viele Leute lesen" - ja, und dann sind wir mit dem Stapel konfrontiert und manchmal ein bisschen hilflos.

Was also muss ein junger Autor tun, damit sein Text überhaupt Beachtung findet? Allgemein gültige Tipps gibt es nicht, sagt Lektorin Patricia Klobusiczky - aber dann hat sie doch ein paar Ratschläge parat:

Wenn jemand also mit Talent das ernsthaft betreibt, dann braucht er keine Tipps. Dann braucht er höchstens diesen Tipp, dass er sich die Verlagslandschaft ansehen soll, dann für sich entscheiden soll, welche Handvoll Verlage ihm das passende Umfeld für seine Arbeit zu bieten scheint, dann herausfinden, wer sind die Leute in den Lektoraten, die er persönlich anschreiben kann, und dann ganz kurz und nüchtern und freundlich und nicht den eigenen Text charakterisieren und anpreisen, sondern einfach nur ein kleines Begleitschreiben, aus den und den Gründen könnte ich mir vorstellen, zwei Gründe nennen, ganz kurz, und dann sind die Chancen ziemlich gut, dass der Lektor sich den Text anguckt, oder die Lektorin.

Freilich: Eine Veröffentlichung ist nur der erste Schritt. Denn nur wenige Autoren können tatsächlich von ihrer Literatur leben - wiewohl viele gerade von einem solchen Leben träumen:

Manja Praekels: Ich will viel mehr schreiben, und für mich ist da so eine Vision durchaus, großartige, mutmachende Geschichten für Kinder zu schreiben. Das kann ich mir gut vorstellen.

Gerhard: Ich glaube, wenn ich diesen ersten Roman wirklich mal so unters Volk bringe, in dem also auch sehr viel Persönliches drinsteckt, wenn auch in sehr verbrämter Form, dann wäre mir vielleicht schon leichter ums Herz und dann wäre ich auch frei für neue Ideen. Mir selber schwebt jetzt kein konkretes Ziel vor, so von wegen reich, berühmt und unvergesslich - mir würde es schon genügen, so irgendwo in einem Literaturlexikon verewigt zu sein.

Anja Manz: Es geht schon darum, Veröffentlichungen anzustreben und irgendwann auch mal in was für Summen auch immer damit Geld zu verdienen. Das hat was zu tun mit Anerkennung. Und Feedback. Und 20 Euro pro Seite ist ein Witz, aber es ist Geld für meine Geschichte. Und insofern möchte ich die gerne gedruckt sehen.

Katarina Pollner: Ich habe so das Gefühl, wenn ich einen Teil meines Einkommens, also wenn ich sagen könnte, ein Teil, was weiß ich, ein Drittel, ein Viertel, so hohe Ansprüche habe ich auch nicht, könnte ich mit Schreiben oder Dingen, die damit direkt zu tun haben, bestreiten, das fände ich schon sehr gut, also da hätte ich schon ein gutes Gefühl dabei.

Freilich ist es ein langer Weg, bis sich die eigene Literatur auch finanziell auszahlt. Die Wienerin Sabina Naber hat bereits mehrere Kriminalromane veröffentlicht. Reich hat sie das nicht gemacht:

Momentan lebe ich gerade vom Schreiben, allerdings nicht nur Romanschreiben oder Kurzgeschichten, sondern Drehbücher, was das weitaus Lukrativere ist, von den Honoraren her. Aber ich habe früher natürlich auch völlig andere Dinge gemacht, keine Frage, das Positivste war daran eben Werbe- oder Industriefilme zu machen, die sehr meiner Neugierde entgegen kamen, weil ich halt sehr viel erfahren habe und in sehr viele Branchen hineingetaucht bin, die man dann wieder sehr wohl zum Schreiben braucht und so und ich ein sehr kommunikativer Mensch bin und das sehr gern mochte. Aber jetzt gerade ist ein Punkt, wo ich eben nur vom Schreiben lebe und es ist relativ knapp. Solang man keinen Bestseller hat hierzulande ist es einfach knapp.

Ein Bestseller - das beginnt bei rund 10.000 verkauften Exemplaren. Eine Zahl, die kaum ein unbekannter Autor erzielen kann. Dazu kommen oft überhöhte Erwartungen, die die Kreativität zusätzlich behindern, weiß Autor Georg Klein:

Ich denke, man muss den kreativen Kern schützen und stark machen. (...)Man muss ihn auch schützen vor falschen Erwartungen. Zu diesen falschen Erwartungen gehört auch, damit will ich in den nächsten drei Jahren reich und berühmt werden und dann 50 Jahre in Saus und Braus leben. Das ist eine Erwartung, die in einer bestimmten Phase den kreativen Kern wirklich zerstören kann.

Am Schluss bleibt freilich eine Erkenntnis: Wer schreiben will, der wird auch schreiben, ob er nun seine Texte veröffentlichen kann oder nicht. Denn Schreiben ist nicht nur eine Tätigkeit, sondern Berufung und oft auch Bereicherung:

Anke Tröder: Es passiert was, jemand stirbt, man verliebt sich, man sieht was, man hört was, jemand sagt einen Satz und auf einmal will da etwas aufgeschrieben werden - ich kann mich nicht dagegen wehren. Aber woher das kommt und warum man das will, das kann ich nicht beantworten, das ist genau die Frage, die ich mir eigentlich mit jedem Text auch wieder stelle. Diese Überraschung, da ist etwas geboren.

Anja Manz: Also ich - es wurde dann immer mehr zu einem Bedürfnis, zu schreiben. Also zu einem Bedürfnis, so, dass ich das Gefühl hatte, wenn ich eine Woche lang nicht literarisch schreibe, dann bin ich unglücklich.

Gerhard: Ich glaube, es ist die Unausweichlichkeit. Entweder man ist für irgendetwas entschlossen, dann nimmt man auch den peripheren Umkreis mit in Kauf, man muss glaube ich an seine innere Idee oder an die Entschlossenheit mit sich selber auch glauben.

Manja Praekels: Also damit, mit so traumatischen Erlebnissen umzugehen, hat für mich immer Schreiben bedeutet. Und der Roman, den bin ich mir selber und den Leuten, mit denen ich damals zusammen gelebt habe, einfach schuldig.

Markus: Kunst machen ist eine Bewusstseinsstörung. Der Künstler macht Kunst, auch wenn man ihn verhungern lässt. Ich werde natürlich immer irgendwie weitermachen. Natürlich hoffe ich, dass ich meine Schriftstellerexistenz eben auch als Romanschriftsteller irgendwie sichern kann. Wenn das nicht geht, geht es nicht und ich werde so weitermachen, wie ich das jetzt tue. Ich tue es aufgrund einer Bewusstseinsstörung.

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