KopfNuss
KopfNuss
Montag bis Freitag • 10:10
18.10.2004
Hörer-Frage
Von Gerrit Stratmann

Was passiert im Stimmbruch, wenn sich die Stimme ändert?

In der Pubertät wächst der Kehlkopf und mit ihm die Stimmlippen. Längere Stimmlippen erzeugen tiefere Töne und führen dadurch zu einer tieferen Stimme bei Jungen - und Mädchen.

Die Stimme ändert sich bei beiden Geschlechtern. Bei Mädchen sind die Änderungen allerdings weniger ausgeprägt. Ihr Kehlkopf und ihre Stimmlippen wachsen nicht so stark wie die von Jungen. Deshalb wird ihre Stimme im Verhältnis auch nicht so tief. Sie ändert sich normalerweise nur um eine Terz, während die Jungenstimme um bis zu eine Oktave tiefer werden kann.

Während des Wachstums, das durch die Ausschüttung von Hormonen während der Pubertät in Gang gesetzt wird, werden die Stimmlippen nicht nur länger, sondern auch dicker. Außerdem kann es passieren, dass die Stimmlippen unterschiedlich schnell wachsen, was zusätzlich dazu beiträgt, dass Jugendliche in dieser Phase nicht immer die volle Kontrolle über ihre Stimme haben: die Stimme kippt manchmal von hoch nach tief und umgekehrt oder klingt brüchig und heiser.

Die Stimmlippen sind nicht allein für den Klang einer Stimme verantwortlich. Entscheiden für ihre Klangfarbe ist vor allem auch der Resonanzraum. Im Kopf besteht er aus Rachen, Mund- und Nasenhöhlen, aber auch der Hals und der Brustraum sind daran beteiligt, und da der Hals während der Pubertät länger wird und der Brustraum größer, hat auch dieses Wachstum Anteil an der Stimmveränderung.

Auffällig bei Jungen ist, dass die Stimme nicht nur tiefer wird als bei Mädchen, sondern auch der Adamsapfel stärker hervortritt, verursacht durch den nach vorne kippenden Kehlkopf. Der Wachstumsschub der Stimmlippen dauert vielleicht ein halbes Jahr. Bis sich Körper und Kopf aber auf die veränderten Möglichkeiten der Stimme eingestellt haben, können einige Jahre vergehen.
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