KopfNuss
KopfNuss
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29.11.2004
Hörer-Frage
Von Riechzellen und Schnupfenviren

Warum verliert man bei einer Erkältung zeitweise seinen Geruchs- und Geschmackssinn?

Bei einer Erkältung schwellen die Schleimhäute in der Nase an. Dadurch schwellen auch die Riechzellen zu, so dass die Atemluft die Zellen nicht mehr erreichen kann. Ergo riechen wir nichts mehr.

Gerüche werden von den Riechzellen in der Nase wahrgenommen. Die Riechzellen sitzen sehr weit oben in der Nasenhöhle in spaltenförmigen Vertiefungen in der Schleimhaut. Bei einem Schnupfen schwellen diese Riechspalten zu, wodurch die Riechhärchen, die Messfühler der Riechzellen, so in die Schleimhaut eingebettet werden, dass sie keinen Kontakt mehr zur Nasenhöhle und damit zur Atemluft haben. Wenn die Schwellung zurückgeht, liegen die Härchen wieder frei und das Riechen funktioniert wieder.

Im Falle einer Grippeinfektion kann es passieren, dass Schnupfenviren tatsächlich die Riechnerven selber angreifen, wodurch die Riechzellen so stark geschädigt werden, dass sie absterben. In diesem Fall ist der Geruchssinn so lange verloren, bis die Zellen wieder nachgewachsen sind, was über ein halbes Jahr dauern kann.

Der Geschmackssinn bleibt bei einer Erkältung hingegen erhalten. Aber da die Zunge nur die Grundgeschmäcke süß, sauer, salzig und bitter unterscheiden kann, ist das Geschmacksempfinden stark eingeschränkt. Für den Großteil dessen, was wir bei der Nahrungsaufnahme als Geschmack empfinden, ist eben doch die Nase verantwortlich und nicht der Mund.
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-> Geschmackssinn (wikipedia.de)
-> Geruch (wikipedia.de)