KopfNuss
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Montag bis Freitag • 10:10
8.2.2005
Redewendungen
Von Georg Gruber und Ingo Kottkamp

Jeder kennt das: da hat man nun schon extra das 95-Grad-Schleuderprogramm mit Vorwäsche gewählt.

Und trotzdem geht der verdammte Fleck nicht raus.

Es bleibt halt was zurück, das auch die Bleichmittel nicht kaschieren können.

Ein grundsätzliches Problem: viele Reinigungsmaßnahmen haben nicht den gewünschten Erfolg.

Man sagt zwar porentief rein.

Aber es bleibt doch an der Oberfläche.

Man putzt und poliert und kann trotzdem nicht in den Spiegel gucken.

Dabei hätte man doch so gern, dass nichts an einem kleben bleibt.

Dass man sagen könnte:

Ich kann nichts dafür.

Ich hab davon nichts gewusst.

Das fällt nicht in meinen Zuständigkeitsbereich.

Das ist ein Problem anderer Leute.

Ich hab genug eigene Sorgen.

Und überhaupt: die da oben machen doch sowieso, was sie wollen.

Das Leben ist eben kein Wunschkonzert.

Und ich hab auch nur meine Pflicht getan.

Denkt man.

Und schrubbt, wienert und wischt ohne Erfolg.

Schon im Jerusalem der Bibel,

- aus der die Redewendung stammt -

... hat das nicht richtig funktioniert.

Als der damalige Statthalter die Menge mit einer folgenschweren Frage konfrontierte

Und diese Antwort bekam:

Barrabam! (Ausschnitt Matthäuspassion)

Da hat er es zwar auch versucht.

Aber es war klar: das Reinigungsmittel, das hier gewünscht wird,

bekommt man nicht beim Seifenhändler.
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