KopfNuss
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9.12.2004
Harte Nuss
Gesucht wird ...
Von Susanne Billig

Es steht auf sumpfigem Schwemmland. Um es abzustützen, ragen 550 Pfeiler 80 Meter tief in die Erde. Von außen gleicht das Gebilde einer riesigen, gestuften Pagode oder eher noch einem überdimensionalen Bambus. 508 Meter schießt der Turm in den Himmel. Oben in schwindelnder Höhe öffnen sich die acht Abschnitte des Gebildes, die je acht Stockwerke beherbergen, wie eine Blüte. Wo dieses Gebäude steht, symbolisiert die Zahl acht Wohlstand und Lebenskraft. Ein Buch über das Bauwerk berichtet:

Hier treffen sich Tradition und Moderne: Im Innern des Gebäudes hängt der größte Schwingungsdämpfer der Welt - eine 660 Tonnen schwere Stahlkugel, aufgehängt im 92. Stockwerk. Das Riesenpendel sorgt dafür, dass die Schwingungen des Gebäudes bei Stürmen ausgeglichen werden.

60.000 Tonnen Stahl wurden verbaut, 100 Kilometer Wasserleitungen und über 5000 Kilometer Telefonkabel. Elf Etagen sind nur mit Fluchträumen, Wassertanks und Versorgungstechnik belegt. Die Aufzüge bewältigen Tag für Tag den Nahverkehr einer Kleinstadt: rund 10.000 Menschen, Besucher nicht einmal mitgerechnet.

Die schnellsten Aufzüge der Welt katapultieren die Passagiere mit einer Geschwindigkeit von 1000 Metern in der Minute nach oben. Damit den Benutzern das Trommelfell nicht platzt, sind die Aufzüge luftdicht versiegelt und der Innendruck wird künstlich konstant gehalten.

Als mit der Planung des Gebäudes begonnen wurde, dachte man an "nur" 66 Stockwerke. Dann wollte die Börse des Landes einziehen, der Turm wurde umdimensioniert, wuchs immer weiter. Schließlich bekam er 101 Stockwerke - und einen passenden Namen dazu. Die Fassade des Kolosses ist übrigens "Made in Germany": Ein Unternehmen aus dem bayerischen Gundelfingen konnte den Auftrag ergattern. 17.000 Fassadenelemente mussten die Arbeiter montieren.

Um Unfälle durch Naturkatastrophen auszuschließen, unterzogen die Gundelfinger die Fassaden massiven Belastungstests. Ein 2000 PS starker Flugzeugmotor simulierte einen Taifun mit Windstärke 13. Künstliche Stürme wurden auf die Scheiben gespritzt.

Dass die Tests nötig waren, zeigte sich im Frühjahr 2002. Ein Erdbeben der Stärke 6,8 erschütterte die Region. Die Fassade hielt stand, aber ...
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