KopfNuss
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27.12.2004
Die ungelösten Fragen 2004
Aus der KopfNuss-Werkstatt
Mit Gerrit Stratmann

Aussortiert werden mussten Fragen, die nicht kompatibel zu den Spielregeln sind, z. B. Fragen, die nur zwei mögliche Antworten erlauben wie:

Sind Zebrastreifen an Tieren weiß oder schwarz?
(Frage mit nur zwei Alternativen; schlecht, wenn drei Anrufer eine Chance bekommen sollen)

Aussortiert haben wir auch zwei Fragen, deren Antworten uns zu einfach erschienen:

Warum kann man mit dem Atem sowohl abkühlen (Suppe) als auch anwärmen (Hände)?
(Zu offensichtlich: Der Atem hat eine bestimmte Temperatur, die er auf das Angeblasene überträgt)

Wie werden die Temperaturangaben von Gewässern ermittelt?
(Mit einem Thermometer... Im Ernst: Die Verfahren sind zu uneinheitlich - von festen Messstationen über Messbojen im Meer bis zur Handmessung von DLRG-Mitarbeitern an Stränden - um eine kurze, eindeutige Antwort zu formulieren, wenn es nicht völlig banal werden soll; s. Thermometer)

Manche Fragen beruhten auch auf irrtümlichen Grundvoraussetzungen:

Warum muss man zur Herstellung von Eiswein immer auf Frostwetter warten? Kann man ihn nicht mit künstlicher Kälte herstellen?
(Kann man in der Tat, wird in Frankreich und Kanada auch gemacht, ist in Deutschland aber verboten)

Warum bellen Hunde den Mond an?
(Tun sie nicht. Wölfe und auch Hunde sind dämmerungsaktive Tiere, man sieht und hört sie deshalb überwiegend, wenn auch der Mond am Himmel steht. Außerdem müssen sie zum Heulen/Bellen aus anatomischen Gründen den Kopf nach oben strecken, was die Verwechslung zusätzlich begründen könnte)

Als nicht beantwortbar (trotz z. T. erheblichem Rechercheaufwand) erwiesen sich leider:

Warum sprechen wir in Deutschland erst den Einer und dann den Zehner?
(Herkunft liegt im Dunkel der Sprachgeschichte; die Sprechweise war im Deutschen anscheinend schon immer so, wenn man Aufzeichnungen bis ins Althochdeutsche (ca. 750-1050 AD) zurückverfolgt)

Wieso haben Juli und August jeweils 31 Tage, während sich ansonsten die Monate mit 30 und 31 Tagen abwechseln? (Es gibt die Legende, Augustus hätte "seinem" Monat aus Eitelkeit ebenso viele Tage verordnet, wie dem Ehrenmonat Julius Caesars. Aber Hinweise deuten darauf, dass der August schon von Caesar 31 Tage zugeteilt bekam - ein Willkürakt, ohne besondere Hintergründe)

Was ist die maximale Flughöhe von Stubenfliegen?
(Interessant, aber leider nicht bekannt. Stubenfliegen sind synanthrope Kulturfolger, also in der Nähe von Menschen anzutreffen. Es könnte deshalb sein, dass die Fliegen selbst nicht wissen, wie hoch sie über dem Boden fliegen können - denn was sollen sie dort oben? Von manchen Insekten ist immerhin bekannt, dass sie in Lufthöhen von 2-3 km noch anzutreffen sind)

Warum klingen die Melodien von "Heil dir im Siegerkranz" und "God save the Queen/King" gleich?
(Weil es die Gleichen sind. Die Melodie unsicherer Herkunft mit unsicherem Verfasser, sicher bezeugt seit 1744, aber ebenso sicher weit älter, etablierte sich Anfang des 19. Jh in England als Hymne des Inselstaates, obwohl sie nie offiziell als Nationalhymne bestätigt wurde. Seitdem griffen verschiedene Staaten mit eigenen Nachdichtungen auf diese Melodie für ihre Nationalhymnen zurück, u.a. die Schweiz (bis 1961), das Deutsche Reich (1871 bis 1922) und Liechtenstein (bis heute))

Und besonders interessiert waren Hörer dieses Jahr schließlich am Mysterium Waschmaschine:

Warum findet man kleinere Wäschestücke nach der Wäsche in Bettbezügen oder Kopfkissen wieder?
(Weil es andersherum nicht geht. Und wenn ein Ereignis möglich ist, wird es auch irgendwann eintreten. Chaotischer Prozess, dessen Ausgang nicht vorhersagbar ist - wie beim Lotto)

Sowie der Evergreen: Warum fehlen immer wieder einzelne Socken nach dem Waschen?
(Eindeutig Magie [haben Waschmaschinen Hunger...?] und damit leider nicht im Bereich unserer Kompetenzen...)
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