KopfNuss
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4.2.2005
O-Ton-Rätsel
Wir suchen eine Persönlichkeit des Sports

Vor einigen Wochen hat Dirk Nowitzki in der NBA, der amerikanischen Basketball-Profiliga, eine Marke erreicht, die nur sehr wenige seiner Kollegen schafften. Nowitzki durchbrach die 10.000-Punktegrenze. Der 26-jährige Würzburger, der in dieser Saison im Schnitt bisher 27 Punkte pro Spiel erzielte, hat beste Aussichten, wieder ins All-Star-Team gewählt zu werden. Schon wird Nowitzki, der neben Detlef Schrempf der einzige Deutsche ist, der sich in der NBA wirklich durchsetzen konnte, in einem Atemzug mit der Spielerlegende Larry Byrd von den Boston Celtics genannt.

Im siebten Jahr spielt der blonde Würzburger jetzt in den USA. Bisher hat der 2,11 Meter elf große Hüne den Dallas Mavericks die Treue gehalten. Obwohl sein Vertrag mit den Texanern noch vier Jahre läuft und Nowitzki im Bundesstaat der Ölbarone geschätzte 13 Millionen Dollar pro Jahr verdient, könnte diese texanisch-fränkische Basketball-Liäson demnächst zu Ende gehen. Nowitzki, zurzeit drittbester NBA-Schütze, will endlich auch einen Titel gewinnen. "Ohne einen Titel wäre meine Karriere nicht vollendet", sagte er der Süddeutschen Zeitung. "Ich hoffe, mein Ziel in Dallas zu erreichen - wenn nicht, muss ich mir ein Team suchen, mit dem ich Meister werden kann." Doch kaum ein Experte traut dies den Mavs wirklich zu; in dieser Saison mussten sie neben dem Verlust einiger anderer Leistungsträger auch den Abgang von Steve Nash verkraften.

Relativ spät, im Alter von zwölf Jahren, konzentrierte sich Nowitzki auf Basketball. Zuvor war er Leichtathlet und spielte Tennis. Als 14-Jähriger erreichte er sogar noch das Halbfinale der bayerischen Nachwuchs-Meisterschaft. Beim Basketball-Zweitligisten DJK Würzburg wurde Nowitzkis besonderes Talent vom ehemaligen Basketballer Holger Geschwindner entdeckt und gefördert. Unter Geschwindners Regie lehnte Nowitzki ein Angebot aus Leverkusen ab, um seiner Basketball-Ausbildung in Würzburg den letzten Schliff zu geben.

Nach Abschluss seines Grundwehrdienstes in der Bundeswehr ging Nowitzki im Sommer 1998 in die USA, um sich in der stärksten Basketball-Liga der Welt durchzusetzen. Die Milwaukee Bucks, die Nowitzki gedraftet hatten, gaben den Deutschen an die Dallas Mavericks weiter. Nach anfänglichen Schwierigkeiten lief es für Nowitzki im zweiten Jahr bei den Mavericks schon deutlich besser. Große Unterstützung erhielt er von seinem Coach Don Nelson, der auch in sportlich schwierigen Zeiten immer an ihm festhielt.

Trotz des sich bald einstellenden Erfolgs bewahrte Dirk Nowitzki, der überhaupt keine Starallüren zu haben scheint, einen kühlen Kopf. In einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt analysierte er kühl: "Es herrscht ein unglaublich brutaler Verteilungskampf. Wer nicht an sich glaubt, wird sich hier nicht durchsetzen."

In der Saison 2000/2001 wurde Nowitzki für die Dallas Mavericks immer mehr zur zentralen Figur und führte die Mannschaft zum ersten Mal nach langer Zeit wieder in die Playoffs. Bereits als 22-Jähriger hatte er sich bei vielen NBA-Stars Anerkennung und Respekt verdient. "Die einzige Grenze ist für ihn der Himmel", schwärmte beispielsweise Karl Malone.

Trotz seines Erfolges in den USA konnte das deutsche Basketball-Nationalteam immer auf Dirk Nowitzki zählen. Bei den Europameisterschaften im Herbst 2001 scheiterte das von ihm geführte Team erst im Semifinale 78:79 an Gastgeber Türkei. Im Spätsommer des Jahres 2002 klappte es dann endlich doch mit einer Medaille. Bei der WM in Indianapolis präsentierte sich Nowitzki erneut in bestechender Form. Zwar zog die DBB-Auswahl wiederum im Halbfinale - 77:86 gegen Argentinien - den Kürzeren. Doch im anschließenden Spiel um Platz drei bewiesen die deutschen Basketballer Moral. Mit einem 103:85 gegen Russland sicherten sie sich in den USA die Bronzemedaille.
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