KopfNuss
KopfNuss
Montag bis Freitag • 10:10
7.2.2005
Hörer-Frage
Knackendes Holz

Warum knackt trockenes Holz im Kamin?

Das Knacken entsteht, weil das Holz sich beim Verbrennen verzieht und sich durch die Spannungen winzige Risse bilden.

Holz sollte im Kamin nur verfeuert werden, wenn es unbehandelt und vor allem trocken ist. Um als durchgetrocknet zu gelten, soll Holz den Empfehlungen nach mindestens zwei Jahre an einem überdachten, gut durchlüfteten Ort abgelagert werden. Aber selbst dann ist es nicht völlig trocken, sondern enthält noch etwa 20 Prozent Restfeuchte. Diese Restfeuchte wird beim Anzünden zuerst verdampft. Da dass Holz sich beim Abbrennen natürlich von außen nach innen erhitzt, verdampft das Wasser zuerst aus den äußeren Schichten, die sich dabei zusammenziehen. Eigentlich möchten die äußeren Schichten die innen liegenden mitziehen. Das funktioniert aber nicht, solange innen noch die Restfeuchte gespeichert ist. Also entstehen als Folge Zugspannungen zwischen Außen und Innen. Diese Spannungen lösen sich, indem sich winzige Risse bilden in der Zellstruktur des Holzes. Das Entstehen dieser Mikrorisse ist der Grund für das gemütliche Knacken von Kaminholz.

Daneben kann es manchmal zu richtigen kleinen Explosionen kommen, wenn beispielsweise Wasser im Holz eingeschlossen ist. Durch die Hitze wird es verdampft und der hohe Dampfdruck sprengt das Gefängnis mit einem Knall auf. Häufiger sind solche Mini-Explosionen auch bei harzreichem Nadelholz zu hören, das wegen des eingeschlossenen Harzes sehr gut brennt.

Feuchtes Holz knackt zunächst nicht. Zum einen ist es meist so feucht, dass es kaum brennt, sondern eher kocht; es dampft dann richtig beim Abbrennen. Und zum anderen, ist feuchtes Holz noch elastisch genug, um sich zu verformen, ohne dass sich dabei Risse bilden.
-> KopfNuss
-> weitere Beiträge
->
-> Natürlich Holz
-> Umweltfreundliches Heizen mit Kaminholz