KopfNuss
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14.2.2005
Hörer-Frage

Warum wachsen Tulpen in der Vase weiter?

Das deutliche Wachstum von Tulpen in der Vase hängt allein mit der Aufnahme von Wasser zusammen. Tulpen haben einen sehr weichen Stängel, der sich nach dem Abschneiden so voll Wasser saugen kann, dass der ganze Stängel dadurch in die Länge gezogen wird.

Das Wachstum der Tulpen kommt nicht mehr dadurch zu Stande, dass sich Zellen teilen und neue Zellen entstehen, sondern dadurch, dass die vorhandenen Zellen gestreckt werden, indem sie Wasser aufnehmen. Deswegen heißt dieses Wachstum bei den Biologen auch Zellstreckungswachstum. Möglich wird diese Streckung durch ein Wachstumshormon namens Auxin, das die Zellwände flexibel und dehnbar macht.

Nicht nur Tulpen, sondern auch Amaryllis und jede andere Blume, deren Stiel (noch) nicht verholzt und starr geworden ist, kann sich deshalb in der Vase noch in die Länge strecken. Erst harte und holzige Blumenstiele, wie zum Beispiel bei Rosen, in denen sich schon viel Stützgewebe gebildet hat (der Holzstoff Lignin, der auch in Bäumen dem Holz seine Festigkeit verleiht), sind nicht mehr flexibel genug, um sich durch die Aufnahme von Wasser in die Länge zu strecken.

Obwohl die Tulpen aus einer Zwiebel wachsen und sie ihre Nährstoffe vor allem aus dieser Speicherknolle beziehen, zeigen sie sich auch nach dem Abschneiden noch besonders wachstumsfreudig. Zum einen stirbt die Blume ja nicht sofort nach der Trennung von ihren Wurzeln. Die für das Wachstum nötigen Hormone und Nährstoffe sind zunächst noch in ausreichender Zahl im Stängel vorhanden, insbesondere weil sie meist jung in der Wachstumsphase geschnitten und verkauft werden, wenn die entsprechenden Stoffe von der Pflanze in größerer Menge produziert werden. Und zum anderen verholzt ihr Stängel überhaupt nicht und bleibt dadurch flexibel für das Streckungswachstum.
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