KopfNuss
KopfNuss
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28.2.2005
Hörer-Frage
Das Gegenstromprinzip bei Hundepfoten

Warum bekommen Hunde keine kalten Füße, wenn Sie stundenlang vor dem Supermarkt auf ihre/n Besitzer/in warten müssen?

Das Geheimnis der im Gegensatz zu unseren Füßen relativ unempfindlichen Hundepfoten liegt in einem Mechanismus namens Gegenstromprinzip verborgen, sowie in einer dicken Hornhaut und Fettschicht, dank derer sie nur wenig Wärme über die Sohlen verlieren.

Eigentlich ist die Frage falsch gestellt, denn Hunde haben natürlich kalte Füße, wenn sie stundenlang bei kühlem Wetter draußen unterwegs sind. Dass sie die kalten Füße aber ohne Probleme ertragen und nicht gleich deswegen frieren, hat in der Tat einen besonderen Grund. Der Körper lässt die Pfoten absichtlich auskühlen, damit der Hund möglichst wenig Wärme über sie verliert.

Damit das funktioniert, hat die Natur einen kleinen Trick ersonnen: das Gegenstromprinzip.
Warmes Blut aus dem Innern des Körpers wird in die Pfoten gepumpt. Gleichzeitig fließt kaltes Blut aus den Pfoten in den Venen zurück nach oben. Die Arterien mit dem warmen Blut und die Venen mit dem kalten Blut liegen in den Beinen sehr dicht beieinander. Auf halbem Weg treffen diese unterschiedlich temperierten Blutströme zusammen und geben einen Teil ihrer Wärme ab, d.h. das warme Blut wird durch das zurückfließende kalte abgekühlt, während das kalte Blut einen Teil der Wärme aus den Arterien übernimmt.

Das verschafft dem Körper einen Vorteil auf zwei Seiten: Dadurch dass dieser Wärmetausch im Körperinnern abläuft, geht an den Pfoten weniger Wärme an die kalte Umgebung verloren, denn wenn das neue arterielle Blut in den Pfoten ankommt, ist es schon ein paar Grad heruntergekühlt worden. Und andererseits muss der Körper weniger Wärme aufwenden, um das kalte venöse Blut wieder auf "Betriebstemperatur" zu bringen, denn es ist ja auf dem Rückweg schon durch das arterielle Blut vorgewärmt worden.

Das gleiche Prinzip lässt auch Pinguine stundenlang übers Eis wandern, ohne dass der Boden unter ihren Füßen schmilzt. Ihre Füße werden durch das Gegenstromprinzip ständig auf einer Temperatur von knapp über null Grad gehalten. Sie haben also in der Tat sehr kalte Füße, verlieren aber kaum Wärme über sie.

Ein weiterer Vorteil der Hundepfoten gegenüber unseren Füßen ist natürlich die Behaarung und eine dicke Hornhaut unter ihren Sohlen. Beides schützt vor Kälte und dient zusätzlich als wirksamer Isolator.
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-> Thermoregulation (wikipedia.org)