KulturNachrichten
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25.5.2004

Der Bau des NS-Dokumentations-Zentrums "Topographie des Terrors" in Berlin wird neu ausgeschrieben.

Der Bund übernehme zugleich die Federführung für das Projekt, sagte Kulturstaatsministerin Weiss in der Hauptstadt. Der Entwurf des Schweizer Architekten Zumthor werde damit nicht realisiert. Die Bauarbeiten an dem Zentrum waren nach drastischen Kostenüberschreitungen und dem Konkurs beteiligter Baufirmen im Jahr 2000 eingestellt worden. Die Neuausschreibung diene dem Ziel, in zwei Jahren mit dem Bau der Ausstellungshalle beginnen zu können.

Die Regisseurin Kirsten Harms wird Intendantin der Deutschen Oper Berlin.

Die 48-Jährige werde ihr Amt an der größten der drei Berliner Opern am ersten September antreten, kündigte Kultursenator Flierl an. Frau Harms wird Nachfolgerin von Udo Zimmermann, der das Haus bereits im Mai vergangenen Jahres verlassen hatte. Die neue Intendantin hat einen Vertrag bis zum Jahr 2011. Eine ihrer ersten Aufgaben wird es sein, Ersatz für Generalmusikdirektor Thielemann zu finden. Er hatte in der vergangenen Woche im Streit um die Erhöhung des Orchester-Etats seinen Rücktritterklärt.

Die Fellini-Medaille der UNESCO geht in diesem Jahr an die Regisseure Ousmane Sembene aus dem Senegal und Chantal Akerman aus Belgien.

Wie die Kulturorganisation der Vereinten Nationen in Paris mitteilte, wird damit unter anderem ihr Einsatz für die Förderung kultureller Vielfalt ausgezeichnet. Die Preise sollen am Freitag in Barcelona überreicht werden. Der 1923 geborene Ousmane Sembene gilt als einer der führenden Vertreter des afrikanischen Kinos. Chantal Akerman hat bislang 41 Filme gedreht, darunter Features und Dokumentarstreifen. Frühere Preisträger der Fellini-Medaille waren unter anderem Gerard Depardieu und Clint Eastwood.

Der erstmals vergebene Georg-Dehio-Buchpreis geht an zwei Wissenschaftler der Europa-Universität in Frankfurt/Oder.

Der Osteuropa-Historiker Karl Schlögel erhält den mit 12.000 Euro dotierten Hauptpreis für sein Gesamtwerk, wie die Hochschule mitteilte. Der Ehrenpreis von 8000 Euro geht an Gregor Thum für seine Publikation "Die fremde Stadt. Breslau 1945". Mit dem Georg-Dehio-Preis werden Autoren geehrt, die sich differenziert mit den Traditionen und Wechselbeziehungen deutscher Kultur und Geschichte im östlichen Europa auseinander setzen.

Nach Michael Moores Sieg beim Filmfestival in Cannes reißen sich US-Filmverleiher darum, seinen Anti-Bush-Film "Fahrenheit 9/11"in die Kinos zu bringen.

Nach Berichten amerikanischer Medien wird mittlerweile damit gerechnet, dass der mit der Goldenen Palme ausgezeichnete Dokumentarfilm mehr als 100 Millionen Dollar einspielt. Moore strebt für den Film, der sich kritisch mit US-Präsident Bush und dessen Regierung auseinander setzt, einen symbolträchtigen Kinostart am Wochenende vor dem 4. Juli an, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag.

Nach der Rückgabe des Dürer-Gemäldes "Johannes der Täufer" hofft die Kunsthalle Bremen weiter auf eine Rückkehr der Baldin-Sammlung aus Russland.

Bundeskanzler Schröder habe ihm zugesichert, die Frage bei Russlands Präsident Putin anzusprechen, sagte Kunsthallen-Direktor Herzogenrath in Bremen. Das Gemälde "Johannes der Täufer" war gestern von Estlands Präsident Parts an Schröderübergeben worden.

Die Baldin-Sammlung sollte ursprünglich schon im März 2003 zurückgegeben werden. Innenpolitische Auseinandersetzungen in Russland verhinderten dies jedoch.
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