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16.8.2004

Der Vorsitzende des Nationalen Ethikrates, Simitis, erwartet, dass die von der britischen Regierung erteilte Genehmigung zum Klonen menschlicher Embryonen zu Forschungszwecken auch die Diskussion in Deutschland beeinflussen wird.
Der Ethikrat werde aber wohl keine einheitliche Empfehlung dazu aussprechen, sagte Simitis im Deutschlandfunk. Während das reproduktive Klonen nach einhelliger Auffassung der Mitglieder
verboten bleiben sollte, gebe es beim therapeutischen Klonen eine sehr differenzierte Debatte. Dagegen spreche vor allem, dass der Nutzen der Stammzellenforschung im Kampf gegen Krankheiten bislang wissenschaftlich nicht bewiesen sei. Letztlich müsse diese Frage aber von der Politik entschieden werden.

Mit finanzieller Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes erscheint zum 200. Todestag von Friedrich Schiller im Mai 2005 ein Comic-Album.
Darin wird nach Angaben des Deutschen Literatur-Archivs in Marbach die Lebensgeschichte des Dichters erzählt. Ausgangspunkt sei Schillers abenteuerliche Flucht 1782 aus Stuttgart nach Mannheim, wo seine "Räuber" aufgeführt wurden, und weiter nach Frankfurt am Main sowie zum Gut Bauerbach in Thüringen. Der Stoff sei mit dem Literatur-Archiv besprochen worden. Zwischenergebnisse würden immer wieder von Schiller-Experten eingesehen. Das Werk werde von dem Comic-Künstler Horus gezeichnet.
Der Entstehungsprozess des Albums soll im kommenden Jahr in
einer Ausstellung in Schillers Geburtshaus in Marbach dokumentiert werden.

Die Berliner Literaturübersetzerin Waltraut Hüsmert erhält den mit 50.000 Euro dotierten Martinus-Nijhoff-Preis des Prinz-Bernhard-Kulturfonds.
Die niederländische Stiftung würdigt damit die, wie es heißt, kreativen und äußerst präzisen Übersetzungen niederländischer Literatur. Frau Hüsmert habe mit ihrer Arbeit insbesondere die
Werke von Andreas Burnier, Maarten 't Haart, Tessa de Loo und Thomas Rosenboom in Deutschland bekannt gemacht. Ihr sei es außerdem zu verdanken, dass Willem Frederik Hermans inzwischen in Deutschland als einer der wichtigsten niederländischen Autoren des 20. Jahrhunderts gelte.
Die Auszeichnung soll im November in Amsterdam überreicht werden.

Der Naumburger Dom erhält bis Ende kommenden Jahres ein Schatzgewölbe.
Dort sollen künftig Kunstwerke gezeigt werden, die das Stift seit seiner Gründung im Jahr 1028 erhalten hat. Damit werde das meistbesuchte Bauwerk an der Straße der Romanik, das Jahr
für Jahr 160.000 Touristen und Kulturinteressierte anziehe, um eine Attraktion reicher, erklärte eine Sprecherin.
Die Kosten für den Ausbau des Domschatzgewölbes liegen den Angaben zufolge bei rund 400.000 Euro.
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