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7.9.2004

Bundespräsident Köhler hat die Schirmherrschaft über eine Spendenaktion zur Rettung der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar übernommen.
Es lägen bereits Zusagen über mehr als 100.000 Euro vor, sagte ein Sprecher der Thüringer Staatskanzlei. Die Zahl der bei dem Brand am vergangenen Donnerstag vernichteten Bücher wurde unterdessen von 30.000 auf 25.000 korrigiert. Unter dem Schutt wurden inzwischen noch etwa 5000 Bände gefunden, die restaurierbar sind. Die Polizei geht mittlerweile davon aus, dass der Brand entweder durch einen technischen Fehler oder durch Fahrlässigkeit ausgelöst wurde.

Der Kunstsammler und Industriellen-Erbe Friedrich Christian Flick hat seine Teilnahme an der Jubiläumsfeier für die Berliner Synagoge Rykestraße abgesagt.
Gegen die Einladung Flicks zum 100-jährigen Bestehen der Synagoge am kommenden Sonntag war Kritik aus der Gemeinde und dem Zentralrat der Juden in Deutschland laut geworden. Streitpunkt ist eine Ausstellung mit Bildern aus der Flick-Sammlung in Berlin.
Die Kritiker argumentieren, die Werke seien mit Blutgeld erworben worden, weil Flicks Großvater einer der größten Rüstungsindustriellen in der NS-Zeit war und Tausende Zwangsarbeiter in seinen Firmen arbeiteten.

Die Buchbranche will mit einem neuen Wettbewerb unter dem Motto "Ohr liest mit" bundesweit Schüler zum Lesen locken.
Kinder und Jugendliche sollen selbst kreativ mit Literatur umgehen und Texte hörbar machen, so zum Beispiel aus Büchern zu einem bestimmten Thema ein Hörspiel gestalten, erläuterte Fernsehmoderatorin Sabine Christiansen in Frankfurt. Sie ist Schirmherrin des Projekts. Veranstalter sind der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die Albert-von-Metzler-Stiftung.

Das Kinderhilfswerk UNICEF hat die weltweite Abschaffung von Schulgebühren gefordert.
Mehr als 121 Millionen Kinder blieben von der Grundbildung ausgeschlossen, weil sich ihre Familien die Gebühren nicht leisten könnten, erklärte die UNO-Organisation in Köln. Zum morgigen Weltbildungstag forderte UNICEF sowohl die Länder der Dritten Welt als auch die Industriestaaten auf, mehr Geld in die Bildung zu investieren.

Archäologen haben in der Nähe der nordenglischen Stadt Carlisle ein gut erhaltenes Wikingergrab aus dem 10. Jahrhundert entdeckt.
Der Fund gehöre zu den landesweit bedeutendsten der vergangenen hundert Jahre, meldete der britische Rundfunk BBC. Das Grab enthalte die Körper von vier Männern und zwei Frauen sowie Schwerter, Schmuck und Reit-Utensilien. Laut BBC ist bisher nur ein weiteres Wikingergrab in Großbritannien bekannt.




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