KulturNachrichten
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8.9.2004

Im Streit um die Rechtschreibreform hat der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger offene Kritik an den Kultusministern geübt.
Wenn sich 16 von ihnen zusammenrotteten, sei Gefahr im Verzug, schrieb Enzensberger in einem Gastbeitrag für die "Bild"-Zeitung. Sie bildeten sich ein, dass ihnen die Lufthoheit über die deutsche Sprache zustünde. Dieser Irrtum habe sie auch dazu verleitet, eine Rechtschreibreform zusammenzubasteln, von der nur noch ein Trümmerhaufen übrig sei. Der 74-jährige Autor rief dazu auf, die Regeln zu ignorieren.


Der Kulturmanager Gérard Mortier hat dem kürzlich berufenen Intendanten der Salzburger Festspiele, Jürgen Flimm, geraten, auf das Amt zu verzichten.
Man könne nicht gleichzeitig die Spiele in Salzburg und die Ruhrtriennale leiten, sagte Mortier der Nachrichtenagentur dpa. Er halte die Aufgaben für unvereinbar. Nach seinem Kenntnisstand seien viele Projekte, die Flimm für Salzburg ins Auge fasse, eigentlich für die Ruhr Triennale gedacht gewesen.


Rund 111 Millionen Euro hat die Deutsche Bundesstiftung Umwelt bislang in den Schutz und die Bewahrung umweltgeschädigter Kulturgüter investiert.
Die Organisation teilte in Osnabrück mit, dass seit Förderbeginn im Jahr 1991 bundesweit 543 Projekte unterstützt wurden. Besonders anfällig für Umweltgifte seien Wasser-Schlösser, Mühlen und Brücken. Verschlammte und verschmutzte Gräben bedrohten Wasser und Gebäude gleichermaßen. Auf die Gefahren will auch der diesjährige Tag des Offenen Denkmals am kommenden Sonntag aufmerksam machen, der sich dem Schwerpunktthema Wasser widmet.


Nach dem Brand in der historischen Herzogin Anna Amalia Bibliothek arbeitet die Stiftung Weimarer Klassik an einem Sanierungskonzept.
Präsident Hellmut Seemann bezeichnete die Finanzsituation als sehr schwierig. Die Wiederaufbaukosten stünden frühestens in einem Monat fest, sagte er der "Leipziger Volkszeitung". Die amerikanische Stiftung "J. Paul Getty-Trust" sicherte Unterstützung zu. Je nach Bedarf werde man der Bibliothek finanziell und mit dem Wissen der eigenen Institute beistehen, sagte der Präsident der Stiftung, Barry Munitz, in Dresden. Bei dem Brand in der vergangenen Woche waren rund 30.000 wertvolle Bücher vernichtet und weitere 40.000 Bände beschädigt worden. Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.


Der Dramatiker Frank Hoffmann aus Luxemburg ist neuer Intendant der Ruhrfestspiele in Recklinghausen.
Dies gab der nordrhein-westfälische Kulturminister Michael Vesper nach einer Aufsichtsratssitzung in Recklinghausen bekannt. Der 50-jährige Intendant des Théatre National du Luxembourg soll die Leitung der Festspiele zunächst kommissarisch bis 2006 übernehmen. Im Frühjahr 2005 wollen sich die Gesellschafter - die Stadt Recklinghausen und der Deutsche Gewerkschaftsbund - auf eine endgültige Lösung einigen. Hoffmanns Vorgänger Frank Castorf war nach nur einer Spielzeit entlassen worden. Die Gesellschafter begründeten dies mit dem Einbruch bei den Zuschauerzahlen.



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