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16.9.2004

Der "aspekte"-Literaturpreis des ZDF für das beste deutschsprachige Prosa-Debüt des Jahres 2004 geht an den Österreicher Thomas Stangl.
Der Autor wird für seinen Roman "Der einzige Ort" ausgezeichnet. Zur Begründung heißt es, das Werk sei eine unbändige, ausufernde Auseinandersetzung mit dem Mythos Timbuktu. Es hinterfrage Bilder, die sich Menschen über afrikanische Verhältnisse machten.
Der Preis ist mit 7.500 Euro dotiert und gilt als bedeutendste Auszeichnung für Erstlingswerke.

Ein ungewöhnliches Konzert mit Werken von Karlheinz Stockhausen wird am Samstag in Weimar aufgeführt.
Im Rahmen des Kunstfestes der Stadt wird eine Veranstaltung rekonstruiert, die vor 22 Jahren gegen den Willen der DDR-Staatsführung in der Jakobskirche stattfand, teilte das "Ensemble für Intuitive Musik" mit. Gespielt werden drei Sätze aus dem Zyklus Intuitiver Musik mit dem Titel "Für kommende Zeiten".

Der Entwurf des japanischen Architekten Arata Isozaki für den Umbau des Ausgangs der Uffizien in Florenz ist offenbar endgültig abgelehnt worden.
Kulturminister Urbani erteilte dem Projekt Medienberichten zufolge eine Absage. Untersuchungen hätten ergeben, dass die geplante Loggia aus Stahl und Glas archäologische Funde beeinträchtige.
Politiker und Experten streiten seit sechs Jahren über das Projekt. Isozaki hatte damit 1998 den internationalen Wettbewerb für den Umbau der Uffizien gewonnen. Im Mittelpunkt der Kontroverse steht die Frage, ob die in dem Modell vorgesehenen Materialien und Formen dem mittelalterlichen Gebäude angemessen sind.

Nach dem Brand in der Weimarer Anna-Amalia-Bibliothek vor zwei Wochen sind Spenden von rund 400.000 Euro eingegangen.
Es gebe Zuwendungen und Angebote aus allen Teilen Deutschlands und dem Ausland, erklärte die "Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen". So habe die Partnerregion Kleinpolen die Hilfe von Papier- und Buchkonservatoren bei der Wiederherstellung beschädigter Objekte zugesagt.
Der frühere Chef der Jenoptik, Späth, regte an, Solidaritätskonzerte zu organisieren. Denkbar seien auch Patenschaften für einen Teil der 40.000 beschädigten Bücher, sagte Späth.

Die in einer Höhle bei Hagen gefundenen Menschenknochen stammen möglicherweise aus der Steinzeit.
Dies hat eine Untersuchung der Universität Kiel ergeben, erklärte ein Sprecher des Westfälischen Museums für Archäologie in Münster. Die Ergebnisse legten nahe, dass die Objekte auf rund 8.700 Jahre vor Christus zu datieren seien.

Der britische Geschichtswissenschaftler Ian Kershaw hat den Eichinger-Film "Der Untergang" als ein grandioses historisches Drama gewürdigt.
Der Schauspieler Bruno Ganz verkörpere Hitler auf überzeugende Weise, sagte der Professor für Neuere Geschichte an der Universität von Sheffield der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Glaubwürdig verfilmt sei auch die Atmosphäre im Führerbunker.
Kershaw ist Autor einer zweibändigen Hitler-Biografie.
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