KulturNachrichten
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20.9.2004

Die Kultur sollte nach Auffassung von Staatsrechtlern ähnlich wie der Tier- und der Umweltschutz Verfassungsrang erhalten und als Staatsziel im Grundgesetz verankert werden.
Kultur sei eine Ausprägung der Menschenwürde, sagte der Jurist Geis von der Universität Erlangen-Nürnberg bei einer öffentlichen Anhörung der Enquete-Kommission des Bundestages zum Thema "Kultur in Deutschland". Er schlug vor, den Artikel 20 des Grundgesetzes um die Formulierung zu ergänzen "Der Staat schützt und fördert die Kultur".
Die Kommission will in ihrer nächsten Sitzung Ende des Monats über die Frage beraten und entscheiden.


In Athen sind nach dem Ende der Olympischen Spiele bislang mindestens 25 Kunstobjekte gestohlen oder zerstört worden.
Nach griechischen Zeitungsberichten befanden sich die insgesamt 85 im Olympia-Ausstellungsprogramm gezeigten Werke vor allem vor der Akropolis und in der Altstadt von Athen. Betroffen ist zum Beispiel eine Baumskulptur eines griechischen Künstlers, die aus Eisenblättern bestand. Unbekannte hätten das Werk Stück für Stück abgebaut.


Die Rundfunkgebühren sollen nach dem Willen von sechs Ministerpräsidenten zum 1. April 2005 um 86 Cent pro Monat angehoben werden.
Das teilten die Regierungschefs von Bayern und Rheinland-Pfalz, Stoiber und Beck, in Berlin mit. Die geplante Erhöhung würde damit deutlich geringer ausfallen als von der unabhängigen Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der öffentlich-rechtlichen Anstalten, KEF, vorgeschlagen. Beck sagte, ARD und ZDF müssten mit Einnahmeausfällen von 120 Millionen Euro pro Jahr rechnen. Außerdem müssten die Öffentlich-Rechtlichen Sender in den kommenden Jahren 555 Stellen streichen.
Die KEF hatte dafür plädiert, die Gebühren zum Jahresbeginn 2005 um 1,09 Euro anzuheben. Bisher waren die Ministerpräsidenten stets dem Vorschlag der KEF gefolgt. ARD und ZDF erwägen darum verfassungsrechtliche Schritte.
Auf der Konferenz der Ministerpräsidenten Anfang Oktober sollen die neuen Vorschläge weiter beraten werden.


Im kommenden Frühjahr wird erstmals der mit insgesamt 45.000 Euro dotierte "Preis der Leipziger Buchmesse" verliehen.
Wie die Messe Leipzig mitteilte, soll die Auszeichnung an herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen in den Bereichen "Belletristik", "Sachbuch und Essayistik" sowie "Übersetzung" gehen.
Hintergrund ist das kürzliche Aus für den "Deutschen Bücherpreis", den die Messe seit 2002 gemeinsam mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels verliehen hatte. Das Konzept inklusive einer Fernsehsendung war zuletzt immer mehr in die Kritik geraten. Bei dem neuen Leipziger Preis ist der Börsenverein nicht mehr als Veranstalter beteiligt. Der Verein hat stattdessen den "Deutschen Buchpreis" ins Leben gerufen, der jedes Jahr zur Buchmesse in Frankfurt am Main verliehen werden soll.


Die zum Weltkulturerbe der UNESCO gehörenden Barbarathermen in Trier sollen für Besucher besser zugänglich gemacht werden.
Ein internationaler studentischer Workshop mit acht Universitäten soll dafür Vorschläge erarbeiten, kündigte die zuständige Archäologische Kommission in Trier an. Statt der Architektur biete sich den Besuchern bislang nur eine romantische Parkanlage dar. Der Laie könne die Ruine, die einst die zweitgrößte antike Badetherme des Römischen Reiches gewesen sei, in der jetzigen Form gar nicht begreifen. Außerdem habe der Graswuchs bereits erhebliche Schäden an den Mauern angerichtet.


Auf der Kunst-Biennale 2005 in Venedig wird Deutschland von zwei Künstlern aus Berlin vertreten.
Nach Angaben des Kurators des Deutschen Pavillons handelt es sich um den Maler und Bildhauer Thomas Scheibitz sowie um den mit Kurztexten arbeitenden Künstler Tino Sehgal. Zur Begründung hieß es, beide dächten in völlig unterschiedlicher Weise über die Grundlagen bildender Kunst nach. Scheibitz verbinde malerische Dynamik und Alltag, Sehgal konstruiere Momente, in denen zum Beispiel Museumsführer oder Tänzer den Besucher mit seinen Kurztexten konfrontierten.
Die Biennale soll voraussichtlich von Mitte Juni bis Ende Oktober 2005 dauern.
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