KulturNachrichten
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21.9.2004

Bei dem Brand in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar ist ein wesentlich höherer Schaden entstanden als zunächst angenommen.
Etwa ein Fünftel des historischen Bücherbestandes sei unwiederbringlich verloren oder schwer beschädigt, sagte der Präsident der Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen, Hellmut Seemann. 50.000 Werke, vor allem aus dem 17. und 18. Jahrhundert seien verbrannt. Etwa 28.000 Bände wurden den Angaben zufolge durch das Feuer schwer beschädigt, 34.000 Bücher haben Wasserschäden. Vollständig verloren sei die Musikaliensammlung von Anna Amalia und Maria Pawlowna. Die Restaurierung und Wiederbeschaffung werde mindestens drei Jahrzehnte dauern. Den materiellen Verlust bezifferte Seemann auf 60 Millionen Euro.


Der italienische Künstler Maurizio Cattelan erhält den Arnold-Bode-Preis der Stadt Kassel.
Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung erinnert an den 1977 gestorbenen Begründer der Kasseler Weltkunstschau "documenta". Der 1960 in Padua geborene Künstler lebt und arbeitet seit 1993 in New York. International bekannt wurde er durch Aufsehen erregende Skulpturen, Installationen und Performances. Cattelan, der mehrfach an der Biennale in Venedig teilnahm, wurde kürzlich zum Co-Kurator für die Berlin Biennale 2006 berufen.


In Berlin wird am Abend mit einem Bericht der südafrikanischen Schriftstellerin Antjie Krog das vierte Internationale Literaturfestival eröffnet.
Eingeladen wurden unter anderem Durs Grünbein, Christoph Hein, Henning Mankell und Wolf Biermann. Der Fußballer Freddi Bobic, Bundestagspräsident Wolfgang Thierse und Bundesverteidigungsminister Peter Struck beteiligen sich an der Reihe "Prominente lesen". Zu den Juroren des Hauptprogramms gehört der peruanischen Schriftsteller Mario Vargas Llosa. An dem Literaturfestival, das bis zum 2. Oktober dauert, nehmen 150 Autoren aus aller Welt teil.


In Sankt Petersburg soll in der Eremitage im kommenden Jahr ein bei Kriegsende in Deutschland gestohlenes Bild von Peter Paul Rubens ausgestellt werden.
Wie das Kunstmagazin "Art" berichtet, handelt es sich das Gemälde "Tarquinius und Lucretia", das aus dem Eigentum der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten stammt. Noch im vergangenen Jahr sei über eine Rückgabe auf höchster Staatsebene verhandelt worden. Zuvor hätte der aktuelle Besitzer Wladimir Logwinenko das Gemälde der Stiftung zum Rückkauf angeboten. Während die deutsche Justiz noch ermittle, habe die russische Staatsanwaltschaft dem Geschäftsmann gutgläubigen Erwerb bescheinigt, schreibt das Magazin. Eine Rückkehr des Bildes nach Deutschland sei damit unwahrscheinlich.


Die European Film Academy hat aus über 400 Filmen 42 für den Europäischen Filmpreis ausgewählt.
Darunter befinden sich auch die deutschen Streifen "Agnes und seine Brüder" von Oskar Roehler und "Gegen die Wand" von Fatih Akin. In die engere Wahl kamen ferner "Was nützt die Liebe in Gedanken" von Achim von Borries sowie der deutsch-österreichische Film "Die fetten Jahre sind vorbei" von Hans Weingartner. Aus den 42 Filmen werden die 1.600 Mitglieder der European Film Academy die Gewinner auswählen und am 11. Dezember in Barcelona bekannt gegeben.
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