KulturNachrichten
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22.9.2004

Bundeskanzler Schröder hält nachträgliche Änderungen bei der umstrittenen Rechtschreibreform für denkbar.
Er sehe die Möglichkeit, dass der von den Kultusministern eingesetzte Beirat das eine oder andere Detail korrigiere, sagte Schröder der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Zugleich äußerte der Kanzler Verständnis für die Gegner der Rechtschreibreform. Er könne die Bedenken beispielsweise vieler Schriftsteller gut nachvollziehen. Die Bundesregierung wolle einer
Entscheidung der Kultusminister aber nicht vorgreifen.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat Bundeskanzler Schröder vorgeworfen, mit seiner Unterstützung für die "Flick-Collection" Neonazis Vorschub zu leisten.
Schröder unterstütze den Kunstsammler Flick in dem Bemühen, einer Schlussstrich-Mentalität das Wort zu reden, kritisierte Zentralratsmitglied Michael Fürst in der "Net-Zeitung" anlässlich der Eröffnung der Ausstellung gestern in Berlin. Unter diesen Umständen dürfe sich die politische Elite nicht wundern, dass sich in vielen deutschen Gesellschaftsgruppen kein Geschichtsbewusstsein entwickle.
Fürst warf Flick erneut vor, den Namen seines Großvaters, dem NS-Rüstungsunternehmer Friedrich Flick, mit Kunst reinwaschen zu wollen.

Der ehemalige Leiter der Deutschen Oper Berlin, Heinz-Dieter Sende, soll Direktor des Wiener Staatsopern- und Volksopernballetts werden.
Er werde die Leitung gemeinsam mit dem ungarischen Tänzer Gyula Harangozo übernehmen, teilte die Nachrichtenagentur apa mit. Dabei solle Sense den administrativen und Harangozo den künstlerischen Aufgabenbereich betreuen. Die beiden bisher voneinander unabhängigen Wiener Ballett-Ensembles sollen ab September 2005 gemeinsam geleitet werden.

Das thüringische Landeskriminalamt geht davon aus, dass die Ursache der Brandkatastrophe in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar bald geklärt ist.
Das entsprechende Gutachten werde noch für diesen Monat erwartet, sagte ein Sprecher in Erfurt. Vorsätzliche Brandstiftung schließe man aber schon jetzt aus. Stattdessen konzentrierten sich die Untersuchungen auf mögliche technische Mängel wie etwa Kabelbrand.
Bei dem Feuer wurden nach jüngsten Erkenntnissen rund 50.000 Bücher aus dem 17. und 18. Jahrhundert zerstört. Mehr als 30.000 Bände sind beschädigt.

Auf dem im kommenden Monat stattfindenden Filmfestival in Warschau sind auch zahlreiche deutsche Produktionen zu sehen.
Wie die German Films Marketing GmbH in München mitteilte, nimmt Leander Haußmanns Film "Herr Lehmann" am offiziellen Wettbewerb des Festivals teil. Im Rahmen des sogenannten "German Panorama" werden 15 weitere Film deutscher Regisseure gezeigt, darunter "Die fetten Jahre sind vorbei" von Hans Weingartner, "Muxmäuschenstill" von Marcus Mittermeier und "Gegen die Wand" von Fatih Akin. Der Regisseurin Mirjam Kubeschka ist eine Retrospektive gewidmet. Das Festival findet vom 7. bis zum 18. Oktober statt.

Der amerikanische Filmregisseur Russ Meyer ist tot.
Wie seine Produktionsgesellschaft bekannt gab, starb er im Alter von 82 Jahren in Los Angeles an den Folgen einer Lungenentzündung. Meyer hatte vor allem in den sechziger Jahren Filme produziert, die damals als pornographisch galten. Heute werden sie als Teil der Filmgeschichte bewertet.

Stefan Aust bleibt Chefredakteur des Hamburger Nachrichtenmagazins "Der Spiegel".
Wie der Verlag mitteilte, einigten sich seine Gesellschafter heute mit Aust auf eine Verlängerung des Vertrages. Die Details sollten umgehend ausgearbeitet werden. Aust ist seit 1994 Chefredakteur des "Spiegel".

Der Leonberger Verleger Ulrich Keicher erhält den mit 10.000 Euro dotierten Karl-Heinz-Zillmer-Preis.
Damit ehre man einen Verleger, dem es nicht um die Verfolgung marktgängiger Prinzipien gehe, begründete die Hamburgische Kulturstiftung ihre Entscheidung. Keicher veröffentlicht seit 1983 Klassiker der Moderne wie Gottfried Benn oder Joachim Ringelnatz in bibliophilen, handwerklich hergestellten Kleinauflagen. Der Karl-Heinz-Zillmer-Preis wird seit 1994 alle zwei Jahre für verdienstvolles verlegerisches Handeln vergeben.

Die Michelangelo-Fresken "Die Kreuzigung Petri" und "Die Bekehrung des Saulus" in der Paolina-Kapelle im Vatikan werden restauriert.
Mit der Instandsetzung der beiden Spätwerke des Künstlers soll nach Angaben der römischen Zeitung "La Repubblica" noch in diesem Herbst begonnen werden. Es handele sich um die größte Restaurierung von Michelangelo-Fresken seit den Säuberungsarbeiten in der Sixtinischen Kapelle vor rund zehn Jahren. Die Instandsetzung soll den Angaben zufolge vier Jahre dauern. Der Vatikan rechnet mit Kosten von rund drei Millionen Euro.





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