KulturNachrichten
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27.9.2004

Das Weltkulturforum in Barcelona hat die Erwartungen der Organisatoren nicht vollständig erfüllt.
Statt der erhofften fünf Millionen Besucher seien in den vergangenen fünf Monaten lediglich 3,3 Millionen gekommen, teilten die Veranstalter mit. Cheforganisator Jaume Pagès erklärte, es sei nicht gelungen, die Bevölkerung für die Veranstaltung zu begeistern. Der Bürgermeister von Barcelona, Juan Clos, sagte, die Zuschauerresonanz sei für eine erstmals ausgerichtete Veranstaltung nicht schlecht gewesen.
Das Festival mit rund 200 Konzerten, zahlreichen Theatervorstellungen, Ausstellungen und Debatten war in der vergangenen Nacht mit einem Feuerwerk zu Ende gegangen. Das zweite Welt- kulturforum soll 2007 im mexikanischen Monterrey stattfinden.

Die Jury des 38. Internationalen Theaterfestivals BITEF in Belgrad hat sich in der vergangenen Nacht nicht auf einen Sieger einigen können.
Der Preis ging zu gleichen Teilen an ein russisches und ein litauisches Theater, wie die Organisatoren bekannt gaben. Das Moskauer Theater "Masterskaja P. Fomenko" wurde für "Krieg und Frieden" nach Leo Tolstoi geehrt. Das Theater "Oskaras Korsunovas" aus Wilna erhielt die Auszeichnung für seine Inszenierung von Shakespeares "Romeo und Julia". Den Sonderpreis bekam das Stadttheater aus dem georgischen Tiflis für "Die Stalingrad-Schlacht". - Deutschland war auf dem Festival durch die Münchner Kammerspiele vertreten.

Die Sieger des Wettbewerbs "Verfemte Musik" in Schwerin haben eine Konzertreise durch Tschechien und Österreich begonnen.
Unter den Preisträgern sind Künstler aus Tschechien, Lettland, Russland, Japan und Deutschland, wie die Veranstalter vom Verband "Jeunesses Musicales" mitteilten. Mit der Veranstaltung in der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern und der Tournee soll an jüdische Komponisten wie Leo Smit oder Erwin Schulhoff erinnert werden, deren Werke von den Nationalsozialisten als "entartet" diffamiert worden waren. Viele Künstler wurden in Konzentrationslagern umgebracht.

Die Bundestags-Enquête-Kommission "Kultur in Deutschland" will nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur empfehlen, die Kultur als Verfassungsziel ins Grundgesetz aufzunehmen.
Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt. - Kulturstaatsministerin Weiss bezeichnete das sich abzeichnende Votum als konsequent. Kultur sei eine lebensnotwendige Grundlage der Gesellschaft, sagte die parteilose Politikerin. Die Kulturnation Deutschland brauche für ihr Selbstverständnis ein verbrieftes Bekenntnis zu den gemeinsamen Wurzeln und Werten.

Die ehemaligen Außenminister Deutschlands und der früheren Tschechoslowakei, Genscher und Dienstbier, erhalten den Kunstpreis für deutsch-tschechische Verständigung.
Mit der Auszeichnung solle die Rolle der beiden Politiker im Prozess der Annäherung zwischen Deutschen und Tschechen gewürdigt werden, teilte das internationale Künstlerhaus "Villa Concordia" in Bamberg mit. Der Preis wird jährlich vom Adalbert-Stifter-Verein und der Union für gute Nachbarschaft tschechisch- und deutschsprachiger Länder verliehen.

Der "Preis der Kritik" des Verlags Hoffmann und Campe geht in diesem Jahr an den Autoren und Rezensenten Joachim Kaiser.

Der 75-jährige sei einer der bedeutendsten Kulturkritiker, erklärte der Verlag in Hamburg. Die Auszeichnung ist mit 99 Flaschen Wein und der Werkausgabe Heinrich Heines dotiert. - Kaiser erhält die Ehrung am 8. Oktober auf der Buchmesse in Frankfurt am Main.
Kaiser ist seit 1959 Kulturkritiker bei der "Süddeutschen Zeitung". Er war von 1977 bis 1996 Professor an der Hochschule für Musik und darstellende Künste in Stuttgart.
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