KulturNachrichten
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28.9.2004

Bundestagsvizepräsidentin Vollmer hat die Rundfunksender zur Unterstützung der nationalen Musik aufgefordert.
Zugleich sprach sich die Grünen-Politikerin für die Einführung einer Quote für einheimische Produktionen aus. Diese könnte zunächst im Rundfunkstaatsvertrag eines Bundeslandes festgeschrieben werden, um dann Vergleiche anstellen zu können. Solche Vereinbarungen gebe es bereits in zahlreichen Ländern, etwa in Frankreich und der Schweiz. Der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft betonte, ohne eine Quote in den Sendern sei die deutsche Musikbranche gegenüber der ausländischen Konkurrenz chancenlos.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat knapp 500.000 Euro für die durch einen Brand schwer beschädigte Anna Amalia Bibliothek in Weimar bewilligt.
Damit stünden Personal- und Sachmittel für die Restaurierung der Bestände zur Verfügung, teilte die Organisation in Bonn mit. Ziel sei es, die Bibliothek dem Forschungsbetrieb so schnell wie möglich wieder zugänglich zu machen. Bei dem Brand Anfang September waren überwiegend Werke aus dem 17. und 18. Jahrhundert zerstört oder beschädigt worden.

In Rheinland-Pfalz hat Deutschlands erster persischer Fernsehsender "Mohajer International" seinen Betrieb aufgenommen.
Nach Angaben der Betreiber wird rund um die Uhr ein pro-westlich ausgerichtetes Unterhaltungsprogramm ausgestrahlt. Dabei sollen religiöse oder ideologische Inhalte vermieden werden, hieß es weiter. Der Sender ist über Satellit in Europa, im Nahen Osten und im Iran zu empfangen.

In Chemnitz werden am Abend die vierten deutsch-tschechischen Literaturtage eröffnet.
Nach Angaben der Stadtverwaltung werden PEN-Präsident Jiri Grusa und der Schriftsteller Jörg Berning bei einer gemeinsamen Lesung neue Texte vorstellen. Bis zum Samstag stehen unter dem Motto "über-setzen" rund 19 Veranstaltungen in mehreren Städten auf dem Programm. Darunter ein Kolloquium an der Universität Chemnitz zum Thema "Flucht und Vertreibung".

In Polen haben die Dreharbeiten für die Verfilmung der Günter-Grass-Erzählung "Unkenrufe" begonnen.
Regisseur Robert Glinski betonte in Danzig, die deutsch-polnische Ko-Produktion solle bis März realisiert werden. Die Hauptrollen spielen die Schauspielerin Krystyna Janda und ihr deutscher Kollege Matthias Habich. In der 1992 veröffentlichten Erzählung thematisiert Günter Grass die Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg und das deutsch-polnische Verhältnis.

Der Schriftsteller Peter Handke hat den erstmals verliehenen "Siegfried-Unseld-Preis" erhalten.
Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde in Frankfurt am Main überreicht. Zu den bekanntesten Werken Handkes zählen "Die Angst des Torwarts beim Elfmeter" oder "Publikumsbeschimpfung". Siegfried Unseld war jahrelang Chef des Suhrkamp Verlags. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben.
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