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6.10.2004

Mit zahlreichen Veranstaltungen rund um die Welt der Bücher hat am Mittwoch die Frankfurter Buchmesse 2004 dem Fachpublikum ihre Tore geöffnet. Zugleich nutzten 100 Prominente die Messe zu einem "Frankfurter Appell zur Rechtschreibreform". Darin fordern sie die Ministerpräsidenten und Kultusminister der Länder zur Rücknahme der Regelwerkes auf. Zu den Unterzeichnern gehören zahlreiche Wissenschaftler und Schriftsteller - unter anderen Hans Magnus Enzensberger, Klaus von Dohnanyi, Günter Grass, Thomas Hürlimann, Siegfried Lenz, Sten Nadolny, Marcel Reich-Ranicki, Günter Wallraff, Martin Walser und Klaus Zehelein.

Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" hat die arabischen Staaten kritisiert, die in diesem Jahr Gastländer der Frankfurter Buchmesse sind. Kein einziges der vertretenen Länder habe demokratische Verhältnisse, erklärte Reporter ohne Grenzen auf der Buchmesse. Pressefreiheit gebe es nicht. Die arabische Welt ist Schwerpunkt der Buchmesse. Für dieses Sonderprogramm zuständig ist die Arabische Liga. Deren Vorgehen, etwa bei der Einladung von Autoren, hatte schon vor der Buchmesse Kritik ausgelöst.

Der Deutsche Kabarett-Kleinkunstpreis geht in diesem Jahr an Lisa Politt. Das teilte das Mainzer "Unterhaus" mit. Damit werde eine Künstlerin ausgezeichnet, die sich als radikale Denkerin erwiesen habe. In der Sparte Kleinkunst wird Günther Paal geehrt. Gerhard Bronner erhält den Preis in der Sparte "Chanson, Lied, Musik". Er gehört zu den Begründern des Wiener Nachkriegskabaretts. Der Deutsche Kleinkunstpreis ist einer der renommiertesten seiner Art. Er wird seit 1972 verliehen und ist mit 20.000 Euro dotiert.

Ein Auktionator aus Cloppenburg hat offenbar ein unbekanntes Bild des spanischen Künstlers Pablo Picasso entdeckt. Es sei auf dem Dachboden eines Cloppenburger Wohnhauses gefunden worden, wo es etwa 20 Jahre lang gelegen habe. Das Bild solle nun von Sachverständigen begutachtet und dann im Frühjahr 2005 versteigert werden. Das 40 mal 60 Zentimeter große Porträt soll von Picasso signiert sein. Es zeige den Maler Paulus. Der Wert des Bildes werde auf 300.000 Euro taxiert.

Nach einem MDR-Bericht soll ein von einer Elektroanlage ausgehender Schwelbrand das Feuer in der Anna-Amalia-Bibliothek Weimar vor einem Monat ausgelöst haben. Die ersten Vermutungen zur Brandursache hätten sich durch nun vorliegende Gutachten bestätigt. Weder Polizei noch Staatsanwaltschaft wollten sich dazu äußern. Bei dem Feuer in der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Bibliothek waren rund 50.000 Bücher vernichtet worden.
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